Bis zu drei Lämpel:

lohnt das Lesen,

umgekehrter Lämpel:

lohnt nicht.

„Einführung in pädagogisches Sehen und Denken“, hrsg. von Andreas Flitner und H. Scheuerl. Die Neuausgabe einer überaus sensibel abgestimmten Textsammlung. Erzähltes steht neben Analysen, in den Beiträgen von Henningsen, „Peter stört“, und Mollenhauer, „Kinder und ihre Erwachsenen“, ist beides verbunden. So schreitet der Leser an der Hand alter und neuer Autoritäten den Horizont des pädagogischen Feldes ab, von der geistigen Entwicklung über Gerechtigkeit und Leistung bis hin zu den Selbstzweifeln der Erzieher. Ein Lesebuch zum Immerwiederlesen. (Serie Piper, München 1984, 248 S., 14,80 Mark). K.W.

2 Lämpel

„Wenn die Schule sich öffnet“ von Dietrich Benner und Jörg Ramseger. Das Buch berichtet anschaulich, anregend und ohne Retuschen von der Entstehung und der Schulpraxis eines Ganztagsschulprojekts in einer Grundschule am Stadtrand von Münster. In diese Darstellung einer Schule zum Anfassen (viele Photos!) verwoben sind die theoretischen Ideen – etwa zur Neustrukturierung der Lernbereiche jenseits der verharzten Fächergrenzen, zur zeitlichen Rhythmisierung der Lernangebote, zu dem Prinzip der „Offenheit“, das mitnichten Chaos oder Willkür begünstigt. Schulkultur, Schulreform konkret – und zwar im Rahmen einer Staatsschule. Das gibt es also. Nach der Lektüre dieses Buches kann man immerhin einiges auf den Vorwurf erwidern, pädagogische Ideen ließen sich nun mal in Staatsschulen nicht realisieren. Viele theoretische und praktische Inspirationen für Lehrer von der Grundschule bis zur Universität. (Juventa Verlag, München 1981, 196 S., 19,80 Mark). H. R.