Fehlt Ihnen eine gute Idee? Nehmen Sie Ihren rechten Zeigefinger, schließen Sie mit ihm Ihr rechtes Nasenloch und atmen Sie durch das linke. Wenn Sie diese Atemtechnik eine Viertelstunde lang durchhalten, können sich Ihre kreativen Fähigkeiten besser entfalten. Das jedenfalls meint David Shannahoff-Khalsa, Neurobiologe am Salk Institute for Biological Sciences in San Diego (nachzulesen im Fachblatt Psychology Today vom September 1984).

Er und seine Kollegen wollen herausgefunden haben, daß wir das Zusammenspiel zwischen den beiden Gehirnhälften verändern können, wenn wir nur durch ein Nasenloch atmen. Streicht der Atem durch das linke Nasenloch, übernimmt die rechte Hirnhälfte (Hemisphäre) die Führung. Das schließt Shannahoff-Khalsa aus einem Vergleich der Hirnströme an der Oberfläche der beiden Hemisphären. Und in der rechten Hirnhälfte soll, nach einer gängigen Lesart, die Kreativität hauptsächlich beheimatet sein.

Wenn nicht Ihre Phantasie, sondern Ihr mathematisches Talent gefordert wird, sollten Sie lieber Ihr linkes Nasenloch zuhalten – die Fähigkeit zu logischem und mathematischem Denken ist nämlich in der linken Hemisphäre besser ausgeprägt. Yoga-Anhänger werden den wohltuenden Effekt der „wechselseitigen Nasenatmung“ kennen. Ob allerdings die einfachen Zuordnungen „hie logischer Verstand – hie Kreativität“ zutreffen, müssen Sie schon selber ausprobieren. reo