Selten haben sich die Ergebnisse der deutschen Aktienfonds so unterschiedlich entwickelt wie in diesem Jahr. Das ist nicht sonderlich erstaunlich, denn in der Spätphase einer Hausse, in der sich der deutsche Aktienmarkt zur Zeit befindet, kann es keine einheitlichen Anlagestrategien mehr geben.

Die „Massenfonds“ der Investment-Gesellschaften, wie Concentra, Investa, Dekafonds oder Unifonds, die fast ausschließlich in deutschen Aktien investieren, dürften in diesem Jahr bereits sehr vorsichtig disponiert haben. Wertverbesserungen von nur vier und sechs Prozent beweisen das. Zweistellige Gewinne gab es noch in einigen international anlegenden Fonds, besonders wenn sie nordamerikanische Aktien enthalten. Hier half entscheidend der Dollar-Anstieg mit.

Daß auch „Schieflagen“ eingetreten sind, macht der FT „Amerika Dynamik Fonds“ deutlich, der in neun Monaten ein Minus von knapp drej Prozent „erwirtschaftet“ hat. Bei Hansaprofit, international anlegend, ist ebenfalls ein Verlust zu beklagen. Bei Unispecial ist der Rückgang erklärbar. Nach seinem neuen Konzept soll er sich auf Aktien von Gold-, Silber- und Platinminen konzentrieren. Da die Edelmetallmärkte in diesem Jahr bislang keinen Aufwind hatten, stagnierten die einschlägigen Aktien.

Ein Blick auf die Wertverbesserungen der Rentenfonds läßt erkennen, daß die meisten Rentenfonds während der ersten neun Monate dieses Jahres die Aktienfonds überrundet haben. „Ausreißer“ wie Adiverba, ein Dienstleistungsbranchenfonds, können als nicht typischer Sonderfall außer Betracht bleiben. Wenn ein Fonds wie Unirenta einen Wertanstieg um 12,3 Prozent aufzuweisen hat, spricht dies für eine geschickte Anlagepolitik, wobei zu berücksichtigen ist, daß ein Teil der Wertverbesserung mit Hilfe von hochverzinslichen Dollar-Renten und Währungsgewinnen zustande gekommen ist.

Aber schon ein Plus von rund acht Prozent kann als befriedigend gelten. Wie es heute aussieht, könnten sich am Ende des Jahres Rentenfonds-Anteile als eine bessere Anlage erwiesen haben als Aktienfonds-Zertifikate. In den ersten Oktobertagen hat die Zinssenkung kräftige Fortschritte gemacht. Ein Rückgang des Nominalzinssatzes auf sieben Prozent wird von den Rentenmarktexperten nicht länger ausgeschlossen.

Die in unserer Tabelle wegen ihrer „Jugend“ noch nicht enthaltenen Spezialfonds verschiedener Richtungen haben ihre Bewährungsprobe noch vor sich. Immerhin hat aber der DWS Energiefonds in diesem Jahr ein Plus von 10,1 Prozent erreichen können. Die Technologiefonds tun sich immer noch schwer. K. W.