Auf den deutschen Aktienmärkten geben die Ausländer den Ton an. Sie nutzen den festen Dollar, um ihre auf Mark lautenden Effektenbestände anzureichern. Dabei haben sie nicht nur einen Wechselkursgewinn im Blick, sondern lassen sich auch beeindrucken durch die Gewinne, die deutsche Unternehmen infolge des hohen Dollarkurses im Export verdienen.

In der Auswahl haben die Ausländer einen Schwenk vollzogen. Sie verlegten ihren Kaufschwerpunkt von den Technologie-Aktien zu den Titeln der Großchemie, die in den letzten Tagen ihren bisherigen Jahreshöchstkursen wieder sehr nahe kamen. Bevorzugt wurden BASF-Aktien, die einige Zeit unter dem Formaldehyd-Schock gelitten hatten und deshalb im Kurs zurückgeblieben waren.

Mit Spannung warten die Börsianer nun auf die nächsten Quartalsberichte von BASF, Bayer und Hoechst. Vor allem auch darauf, ob Bayer bei dieser Gelegenheit etwas zu den Gerüchten sagen wird, wonach geplant sein soll, die Bayer-Aktionäre durch Ausgabe von Aktien der Tochtergesellschaft in den USA an deren Gewinnen direkt teilhaben zu lassen. Würden sie über die Mutter in der Bundesrepublik an die Bayer-Aktionäre fließen, müßten sie nachversteuert werden.

Ausländer sollen auch hinter den Käufen stecken, die den Kurs der Allianz Versicherung auf einen neuen Spitzenstand gebracht haben.

Auch hier wollen die Diskussionen darüber nicht verstummen, wonach die Allianz eine gesellschaftsrechtliche Neugliederung plant. Sie würde zwar die Allianz-Aktien nicht wertvoller machen als sie heute schon sind, aber wahrscheinlich der Öffentlichkeit mehr Klarheit über die Vermögenswerte verschaffen, die von der Allianz in den letzten Jahrzehnten erfolgreicher Unternehmensführung angehäuft worden sind. Ausländer behaupten, die Allianz-Aktie sei auch heute noch unterbewertet. K. W.