Dicht

„Die letzte Runde“ von Peter Patzak. Zwei Männer, zwei Außenseiter: alt und müde vom Kampf um das tägliche Überleben der eine; Mitte Dreißig der andere, angewidert von Leistungsgesellschaft und familiärer Enge. Dem Beginn ihrer „wunderbaren Freundschaft“ geht, anders als etwa in „Casablanca“, kein dramatischpathetisches Ereignis voraus, sie treffen sich, einfach so, auf einem Bahnsteig, und sie finden zueinander, weil der eine die Hilfe des anderen braucht. Daß sie auch etwas Gemeinsames haben – das Wissen um einen lautlosen Mord – ist beiden nicht wichtig. Joseph, der Alte (Heinz Moog), lebt in einem verlassenen Theater, dessen Räume mit Verbotsschildern vollgestopft sind. Hierher bringt er Willie (Elliot Gould), den Betrunkenen, den er fortan von Alkohol und Tabletten fernzuhalten sucht. Willie, gebildet, Sohn eines reichen, aber dominierenden Vaters, redet viel über seine Vergangenheit, vom Elend der Welt, von Demütigungen und Ängsten. Er lallt heraus, was in ihm nagt. Joseph hat dafür keine Sprache. Als er vom Tod seiner Frau in lieblos hingeworfenen Sätzen einer Krankenschwester erfährt, zertrümmert er in einem Anfall von Schmerz das karge Mobiliar seiner Bleibe. Willie und Joseph leben in einer kalten Welt. Peter Patzak, der „Kottan ermittelf-Regisseur aus Wien, hat dafür viele bildliche Entsprechungen gefunden. Nicht nur verschneite Straßen, mit Schnee überzogene Felder, ein grauweißer Winterhimmel sind zu sehen; in einer riesigen Wartehalle sitzen viele Menschen beieinander und sind doch voneinander getrennt durch dichte Rauchschwaden. In dieser kalten Welt schaut man der Geschichte einer Freundschaft gebannt zu. Sie ist spannend und von jener erzählerischen Dichte, der man sich nicht entziehen kann. Anne Frederiksen

Sehenswerte Filme

„Broadway Danny Rose“ von Woody Allen. „Tausend Augen“ von Hans-Christoph Blumenberg. „Picasso“ von Henri-Georges Clouzot. „Schiff der Träume“ von Federico Fellini. „Rembetico“ von Costas Ferris. „Vorname Carmen“ von Jean-Luc Godard. „Trost“ von Serif Gören. „Wo die grünen Ameisen träumen“ von Werner Herzog. „Der Stoff, aus dem die Helden sind“ von Philip Kaufman. „A Hard Day’s Night“ von Richard Lester. „Der Unbeugsame“ von Barry Levinson. „Die letzte Runde“ von Peter Patzak. „Indiana Jones“ von Steven Spielberg. „Klassenverhältnisse“ von Jean-Marie Straub. „Der Leopard “von Luchino Visconti.