Es sei keine Liebe auf den ersten Blick gewesen zwischen ihm und seiner heutigen Heimat, gesteht Axel Patitz im Vorwort seines Schwedenbuches. Wie ihm geht es wohl vielen Schwedenreisenden, man muß sich das Land „erarbeiten“, seine Szenerie kann so spröde sein wie seine Bewohner. Wer mit beidem vertraut ist, wird Schweden aber schnell lieben, denn seine Natur ist von harmonischer Schönheit und die Natur seiner Bewohner ist von Herzlichkeit und dem Wunsch nach Harmonie geprägt. Diese Erkentnisse zu erarbeiten, die Schwachpunkte der schwedischen Gesellschaft zu erspüren und darüber dennoch nicht die Sympathie für dieses skandinavische Land zu verlieren, das ist dem Autor in dem Band „Schweden“ der Hallwag-Buchreihe (Bern, 1984, 256 Seiten, 36 Mark) vorzüglich gelungen.

Er versteht es, en passant seine Anmerkungen in interessante Informationen zu verpacken. So weist er auf Luftverschmutzung in dem scheinbar völlig reinen Stockholm hin, indem er Lärm und Gestank als Grund für den Auszug der Königsfamilie aus dem Stadtschloß nennt. Am guten Gesamteindruck dieses Bandes hat der Photograph Bernhard Wagner einen stattlichen Anteil. Ein Manko hat das Buch: Die Landkarte ist völlig unzulänglich. k. v.