Auch der Vermittler im britischen Kohlestreik hat die Kompromißformel nicht gefunden. Die letzte Verhandlungsrunde ist zusammengebrochen und damit auch die Hoffnung auf eine baldige Beilegung des seit März dauernden Arbeitskampfes. Beide Seiten stehen sich so unversöhnlich gegenüber wie zu Beginn des Streiks.

Arthur Scargills Gewerkschaft der Bergarbeiter will den staatlichen Kohlekonzern von der Schließung unrentabler Zechen abhalten und ihn auf einen zehn Jahre alten Expansionsplan festlegen. Sein Widersacher Ian McGregor will sich nicht von der Sanierung des defizitären Bergbaus abbringen lassen, und er hat die Rückendeckung der konservativen Regierung Thatcher, die in diesem Streik eine Attacke auf das parlamentarische-demokratische Regierungssystem sieht.

Eine Verschärfung des Konflikts erscheint nun unvermeidlich. Scargill appelliert mit größerer Dringlichkeit an die übrigen Gewerkschaften, fühlbare Solidarität zu zeigen und den Streik durch Blockierung aller Kohletransporte wirksamer zu machen. Ein früher harter Winter käme ihm zu Hilfe. Die Regierung beruhigt derweil die Bevölkerung, daß die Stromversorgung „bis weit in das nächste Jahr hinein“ aufrecht erhalten werden könne.

Die Fähigkeit zum Kompromiß ist im „Lande des gesunden Menschenverstandes“ offenbar abhanden gekommen. Der Kampf wird wohl bis zum bitteren Ende ausgefochten. wk