Jetzt hat auch die Bundesbank festgestellt, daß die Streiks in der Metall- und Druckindustrie weder die Investitionsbereitschaft noch die Gewinne der Unternehmen nachhaltig beeinträchtigt haben: Die betroffenen Unternehmen in diesen Branchen haben im ersten Halbjahr 1984 mit 88,5 Milliarden Mark 2,5 Prozent mehr für neue Ausrüstungen und Bauten ausgegeben als im selben Zeitraum des Vorjahres. Trotz Umsatzeinbuße, so konstatiert die Bundesbank, haben sich außerdem die Ertragsverhältnisse verbessert.

Die Bauherren sind nach wie vor zurückhaltend. In den ersten acht Monaten dieses Jahres wurden rund 36 000 Wohnungen, das sind dreizehn Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 1983, zum Bau genehmigt. Bis einschließlich August haben die Aufsichtsbehörden nur knapp 245 000 Wohnungen zugelassen.

Häuslebauen wird jetzt billiger, denn einige Hypothekenbanken haben in den vergangenen Tagen die Zinsen für Bankkredite zurückgenommen und sogar noch weitere Verbilligungen angekündigt. Hauptursache für die Zinssenkung ist die flaue Nachfrage nach Krediten. Bei zehnjähriger Zinsbindung und hundertprozentiger Auszahlung hat sich das Zinsniveau für Hypotheken bei 8,25 bis 8,5 Prozent eingependelt. So hat beispielsweise die Deutsche Pfandbriefanstalt als Branchenführer die Hypothekenzinsen um durchschnittlich 0,25 Prozentpunkte gesenkt.

Bundesbauminister Oscar Schneider ermuntert künftige Bauherren, „jetzt zu bauen“. Es gebe keinen Grund, den Kauf oder Bau von Wohnungen aufzuschieben. Im Gegenteil, die Baukosten seien niedrig, die Immobilienpreise und Zinsentwicklung sei günstig. Auch die von der Bundesregierung geplante Neuregelung der Eigenneimförderung, die 1987 beginnt, sei kein Anlaß zur Zurückhaltung. Der Bundesbauminister weist auch auf die notleidende Baubranche hin: Von Januar bis Juli 1984 sind die Aufträge im Wohnungsbau um rund 18 Prozent gesunken.

Die EG-Lagerhäuser werden bald mit noch mehr unverkäuflichem Rindfleisch vollgestopft. Die Brüsseler Kommission erwartet in diesem Herbst zusätzlich 150 000 Tonnen Rindfleisch, für die es keine Abnehmer gibt. Viele Bauern müssen wegen der strengen Milchmengenbegrenzung ihre Produktion einschränken und sind gezwungen, zusätzlich Tiere abzuschlachten. U. R.