Knapp fünf Milliarden Mark staatlicher Forschungsgelder sind in den vergangenen zehn Jahren (von 1973 bis 1983) an die Firma Siemens geflossen, ein Viertel der Gesamtsumme, die Bonn für die direkte industrielle Forschungsförderung aufgewendet hat. Ein weiteres Viertel teilten sich vier andere Großunternehmen. Bonn hat sich nicht lumpen lassen, und die ganz Großen haben es bestens verstanden, abzusahnen. Fragt man nun aber nach, was denn zurückgeflossen ist, dann beginnt das große Schweigen. Zwar sollte man meinen, daß die Industrie für 20 Milliarden auch einiges entwickelt hat, das Erlöse bringt, an denen man den Bund anständigerweise beteiligen kann. Aber man muß mit der Lupe danach suchen.

Vermutlich haben es die Unternehmen geschickt verstanden, den Nutzen der staatlichen Förderung so zu kaschieren, daß sie möglichst wenig zurückzuzahlen hatten. Schon daher machte es einen Sinn, daß Forschungsminister Riesenhuber anfing, auf einem höheren Eigenanteil der Unternehmen zu bestehen. Erste Erfolge sind sichtbar, die staatliche Förderquote sank von knapp 70 auf 60 Prozent. Einen echten Erfolg wird Riesenhuber erst melden dürfen, wenn er die Quote deutlich unter 50 gedrückt hat.

Nur wenn der Unternehmer-Eigenanteil hoch genug ist, strengt sich der Geldnehmer an. Und das ist schließlich Zweck der Übung. hff