Achim Rohde, neuer FDP-Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen, ist wegen einer lukrativen Nebentätigkeit in seiner Zeit als Düsseldorfer Regierungsprasident unter Beschuß geraten. Folgt auf den Fall Mölllemann ein Fall Rohde?

ZEIT: Herr Rohde, nur wenige Tage nach Ihrer Nominierung zum FDP-Spitzenkandidaten in Nordrhein-Westfalen sind Sie ins Gerede gekommen, weil Sie während Ihrer Zeit als Regierungspräsident in Düsseldorf für Ihre gleichzeitige Mitgliedschaft im Kuratorium einer Stiftung in nur einem Jahr 20 000 Mark erhielten, die Sie später zurückzahlen mußten.

Rohde: Ich bin nicht von der Stiftung bezahlt worden, sondern von den Unternehmen, die zur Ferdinand-Lentjes-Stiftung gehören. Es ist eine Unternehmensträgerstiftung. Ich wurde da, wenn man das an den wirtschaftspolitischen oder an den wirtschaftlichen Entscheidungskompetenzen mißt, als Aufsichtsratsmitglied bezahlt. Das heißt, das Kuratorium ist sozusagen die Steuerzentrale der Unternehmensgruppe mit über 700 Millionen Mark Umsatz, damals 1,7 Milliarden Mark Auftragsbestand und über 4000 Beschäftigten. Also es geht nicht um Sitzungsgeld, sondern um Aufsichtsratsvergütungen.

ZEIT: Sie sind im Dezember 1981 Mitglied des Kuratoriums der Stiftung geworden, sind in den Aufsichtsrat berufen worden ...

Dann haben Sie Ende 1982 erfahren, daß Sie für diese Tätigkeit Bezüge bekommen, 20 000 Mark im Jahr, und dann haben sich von Januar bis kurz vor Ihrer Entlassung im Herbst 1983 die Verhandlungen mit dem Minister hingezogen ...

Rohde: Dann habe ich am 15. April einen Antrag an den Minister gestellt, in dem ich den Sachverhalt wiedergegeben habe. Dann gab es also Gespräche – wir mußten erst einmal verschiedene Rechtsfragen klären –, und dann entschied der Innenminister am 14. Oktober 1983. Schon am 20. Oktober zahlte ich die 20 000 Mark zurück.

ZEIT: Sind Sie heute noch Mitglied dieses Kuratoriums und des Aufsichtsrats?