British Airways erweitert seine Concorde-Flotte: Nachdem sich die Superjets auch im Charterdienst bewährt haben, wird jetzt eine siebte Maschine in Dienst gestellt.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten und nachdem einige Flugstrecken wieder vom Flugplan gestrichen werden mußten, sieht es jetzt rosig aus für die Mach-2-Maschinen von British Airways. Im Laufe dieses Winterhalbjahres wird die siebte Concorde, die „Alpha Golf“, erstmals eingesetzt. Sie soll die Flotte von bisher sechs Überschalljets ergänzen, die im Liniendienst zweimal täglich von London nach New York und dreimal wöchentlich von London nach Washington und Miami fliegen. Besonders gewinnträchtig aber sind die Charterflüge. Die Air France, die die Supersonic-Maschinen seinerzeit mit British Airways baute, legte Anfang des Jahres zwei ihrer sieben Jets still, setzt aber auch vermehrt auf das Chartergeschäft.

Die neue britische Maschine wurde bisher als Reserveflugzeug auf dem Londoner Flughafen Heathrow „geparkt“ und zum Teil als Ersatzteillager benutzt. „Alpha Golf“ wird gleichzeitig die erste Concorde sein, die mit neugestalteter Kabine und bequemen, lederbezogenen Sitzen in die Luft geht, einer Innenausstattung, die für die gesamte Super-Flotte geplant ist.

„Für uns ist es sehr ermutigend“, meint Captain Brian Walpole, Generalmanager der Concorde-Flotte, „daß wir uns nicht nur selbst tragen, sondern zum guten finanziellen Ergebnis von British Airways einen nicht unerheblichen Beitrag leisten.“ Die Passagierzahlen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent. Insbesondere auf der Route London-New York ist die Concorde erfolgreich: Hier sind durchschnittlich 60 Prozent der hundert Sitze belegt. 70 bis 80 Prozent der Passagiere sind Geschäftsreisende, so wurde zum Beispiel auch der Flugplan geändert, um ihren Erfordernissen zu entsprechen.

British Airways legt vor allem im Chartergeschäft zu. Die Mach-2-Jets fliegen im Monat durchschnittlich zwölf Charterdienste, beispielsweise im Rahmen von Kreuzfahrten oder im Auftrag von Reiseveranstaltern, die den Überschallflug als Teil ihres Programms anbieten; erst kürzlich erteilten die zuständigen Behörden Kanadas die Genehmigung für eine regelmäßige Chartergung Vor einem Monat gab die Concorde ein doppeltes Debüt: Gleich zwei Jets flogen erstmals nach Island. Die britische Reederei Cunard will eine Reihe ihrer Kreuzfahrten mit Concorde-Flügen kombinieren – somit wird die Concorde zukünftig auch nach Australien düsen.

Laut Brian Walpole hat sich auch die Strecke London–Washington–Miami als Erfolg erwiesen. Inzwischen denkt man bei British Airways darüber nach, ob das Streckennetz des Supervogels bis in den Mittleren Osten ausgeweitet werden könnte.

Wer von einem deutschen Flughafen aus zum Flug mit dem Supervogel (Concorde erst ab London) startet, zahlt übrigens erheblich weniger als bei Abflug von London: Für den One-Way-Trip von Frankfurt nach New York sind 3703 Mark zu zahlen, während man beim Start in London 5681 Mark hinblättern muß. Dieser erhebliche Preisunterschied kommt durch häufige Flugtariferhöhungen in Großbritannien zustande, bedingt durch die hohe Inflationsrate.

Hella Leißner