Es war gewiß, wie der Herausgeber Florian Hufnagl schreibt, der "publizistische Effekt", den sich Leo von Klenze (1784-1864) von der Veröffentlichung seiner "Sammlung Architectonischer Entwürfe versprach, obwohl es längst andere Möglichkeiten gab, sich bekannt zu machen. Aber er wollte das Großformat. Denn nach seinem "beispiellosen Aufstieg vom Privatarchitekten des Kronprinzen zum Intendanten des gesamten Hofbauwesens, zum Defacto-Leiter der Militär-Bauverwaltung sowie durch seine ... Tätigkeit als Kunstagent und Diplomat" hatte er sich viele Feinde unter Künstlern und Bürgern gemacht. Er trotzte der Kampagne mit dieser Art von Rechenschaftsbericht: mit 80 großen, nun zum 200. Geburtstag hervorragend faksimilierten Blättern. Sie geben ein verführerisch schönes Bild von einer klassizistischen Arbeit, die München, der Hauptstadt Ludwigs I., ihr heute noch eindrucksvolles Gepräge gab, "diese Glänze", wie seine Kritiker spotteten. (Werner’sche Verlagsgesellschaft, Worms, 1983; 80 Bl. 48×65 cm, mit ergiebigem Kommentarteil, 265 Mark)