Eberhard von Brauchitsch, seit Monaten als zentrale Figur der Parteispenden-Affären im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, ist nicht nur als Gesellschafter des Flick-Konzerns ausgeschieden. Er hat auch sofort nach den ersten Berichten über dubiose Geldzuwendungen an Politiker und Parteien aus den Kassen des Konzerns seine Kandidatur für den Vorsitz des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) zurückgezogen und schied auch aus dem Präsidium des BDI aus.

Dennoch spielt von Brauchitsch immer noch eine wichtige Rolle in der deutschen Wirtschaft: Er gehört dem Aufsichtsrat der Friedr. Krupp GmbH in Essen ebenso an wie den obersten Kontrollorganen des Waschmittelkonzerns Henkel, der Deutschen BP und von Standard Elektrik Lorenz. Er ist zudem Mitglied des Gesellschafterausschusses von Klöckner & Co. in Duisburg.

Der ehemalige Flick- und frühere Springer-Manager gehört daneben dem Verwaltungsrat der Deutschen Bundesbahn und verschiedenen Firmenbeiräten an.

Neben diesen wirtschaftlichen Funktionen ist von Brauchitsch aber auch als stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes des Deutschen Olympia-Komitees für Reiterei aktiv. Als Vorstandsmitglied des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft und Mitglied des Präsidiums der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände gehört er weiterhin politisch einflußreichen Zirkeln an.

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Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel wird vom 1. Januar 1985 an fest in belgischer Hand sein. Zum Jahresende scheidet der Vorsitzende des Verwaltungsrats und Präsident der Bank, der profilierte Schweizer Fritz Leutwiler, aus. Sein Nachfolger wird der Präsident der belgischen Zentralbank, Jean Godeaux. Ende April 1985 geht der Generaldirektor der BIZ, der Deutsche Günther Schleiminger, in den Ruhestand. Auf seinen Platz rückt der Belgier Alexandre Lamfallusy nach, der bisher Chefvolkswirt und beigeordneter Generaldirektor war. Sein Platz wiederum soll durch Horst Bockelmann besetzt werden, der bei der Deutschen Bundesbank die Hauptabteilung Statistik leitet. Die Bundesbank wollte diese Veränderung noch nicht bestätigen, sie ist aber so gut wie sicher.