Die Bundesregierung wollte die Neugründung von Unternehmen erleichtern und bürokratische Stolpersteine aus dem Weg räumen. Finden sich aber mutige potentielle Unternehmer, dann bleiben sie auf ihrem Weg in die Selbständigkeit oft an Hindernissen hängen, die sie zwingen, ihr ganzes Vorhaben aufzugeben.

Da gibt es Existenzgründungsdarlehen, für das die Hausbank des künftigen Unternehmers die volle Haftung übernehmen muß. Achtzig Prozent werden durch Ausfallbürgschaften der Länder abgedeckt. An den letzten zwanzig Prozent scheitert oft das ganze Projekt, weil der Unternehmer in spe keine Sicherheiten zu bieten hat. Ohne Sicherheiten aber wollen die Kreditinstitute keine Mark herausrücken. Wenn kein Sparbuch der Oma oder der Schwiegermutter oder andere Vermögenswerte übereignet werden können, ist der Traum vom eigenen Unternehmen aus.

Oft sind es gerade die Tüftler, die mit ihrem Unternehmen in technologisches Neuland vorstoßen wollen. Sie verdienen jede Förderung, weil sie nicht nur Arbeitsplätze schaffen, sondern dazu beitragen, daß der technologische Abstand zur ausländischen Konkurrenz nicht größer wird. Schon im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit müssen sich die Kreditinstitute etwas einfallen lassen. Oder sollen die Mittelständler die Stiefkinder der Wirtschaft bleiben? R. H.