Zum 1. Münchener Studienreise-Gespräch lud Studiosus Reisen. Thema des Kolloquiums, das zur alljährlichen Einrichtung werden soll: „Die Studienreise als Urlaub?“

Trümmertourismus, Ausgrabungen, Kathedralen“, mit diesen Wörtern verbindet sich noch immer die klassische Studienreise. Auch den Studienreisenden werden nach einer Untersuchung des Studienkreises für Tourismus nicht immer nur positive Eigenschaften zugeschrieben. Sie gelten als ernst, besonnen und ruhig, als Leute mit Geld, die bildungshungrig und lernbegierig sind, aber auch als engstirnige, harmlose Streber und Paukertypen.

Das Image und das Prestige der Studienreise als Urlaubsform werden hoch angesiedelt, ihr Erholungswert niedrig. Studienreisen, so die gängige Meinung, sind anstrengend. Daß aber Anstrengung durchaus auch Erholung bedeuten kann, wollten die Kolloquiumteilnehmer, Vertreter der Reiseveranstalter ebenso wie der Tourismusforschung, hervorgehoben wissen. Durch viele Kirchen zu rennen, sei Vergnügen für die Studienreisenden, danach sind die Leute frisch und zufrieden, konstatierte Heinz Hahn vom Studienkreis für Tourismus. Grund für die Frische nach der Strapaze: die seelische Entspannung, bewirkt durch die Ferne vom Alltag.

Wieder aufs Tapet gebracht wurde das Thema „Völkerverständigung“: die Studienreise, um mit anderen Völkern in Kontakt zu kommen. Auf die Unmöglichkeit, mit Menschen eines anderen Kulturkreises und anderer sozialer Schichten plötzlich harmonisch zu kommunizieren, wies Hans-Jürgen Kaul vom Kölner Großveranstalter ITS hin. Auch Heinz Hahn mochte an die menschlichen Kontakte bei 32 Millionen Reisen jährlich so recht nicht glauben. Immerhin: Bisweilen kommt es zu unprogrammierten und erfreulichen Begegnungen zwischen „Gästen“ und „Gastgebern“.

Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer in einer Forderung: die Studienreise müsse den Bezug zur Gegenwart pflegen und das Gefühl für die Vergangenheit ebenso vermitteln wie für den Alltag des bereisten Landes. put