ZEIT: Herr Dr. Hüttenrauch, bei welchen Produktgruppen wollen Sie auch den Umweltaspekt mit einbeziehen?

Hüttenrauch: Es geht natürlich vor allen Dingen um die Haushaltschemikalien, also vor allem um Wasch- und Reinigungsmittel; jedenfalls, wenn man an den Gewässerschutz denkt. Dabei wollen wir nicht etwas grundsätzlich Neues machen, sondern eben nur stärkeres Gewicht legen auf die Fragen, die sich aus der Umweltsituation ergeben.

Bisher haben wir bei den Waschmitteln das Schwergewicht auf die Waschwirkung gelegt – natürlich. Das wird auch so bleiben. Seit der Gesetzgeber die Phosphatmenge in den Waschmitteln begrenzt hat, verfügen wir aber auch über brauchbare Grundlagen zur Beurteilung der Umweltbelastung.

ZEIT: Sind Sie nicht auf die Hilfe der Hersteller angewiesen, um an die Rezepturen zu kommen? Oder kann die Stiftung solche teuren Analysen selbst finanzieren?

Hüttenrauch: Angewiesen sind wir darauf nicht. Aber entsprechende Hilfe von Seiten der Hersteller erleichtert natürlich unsere Arbeit, so können wir aufwendige Analysen sparen. Es: ist jedoch nicht so, daß wir uns die Informationen nicht auch selbst beschaffen können.

ZEIT: Wollen denn die Verbraucher, also die Leser Ihrer Zeitschrift test, solche Hinweise auf die Umwelt?

Hüttenrauch: Wir bekommen enorm viele Anfragen in dieser Richtung, denn die Verbraucher fühlen sich durch Meldungen in den Medien verunsichert. Es werden ja nicht immer rein fachliche und fundierte Aussagen gemacht, vielmehr sind nicht selten Emotionen im Spiel. Aber wenn man dem Verbraucher sagt, daß dieses oder jenes Produkt bedenklich ist, muß man ihm gleichzeitig sagen, was er denn an Stelle dieser bedenklichen Produkte benutzen soll.