(26) Freie akademische Forschung

Es ist längst nicht mehr selbstverständlich, daß die Forschung an Universitäten und Akademien "frei" ist im Sinne von: niemandem hörig, von niemandem im Eigeninteresse finanziert, niemandem zur Ablieferung der Ergebnisse und/oder zur Geheimhaltung verpflichtet. IBM zum Beispiel hat einen Zwanzig-Millionen-Dollar-Vertrag mit der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh, der die Universität verpflichtet, für IBM neue Wege der Computer-Technik zu erforschen und die Ergebnisse geheimzuhalten.

Contra:

1. Wer zahlt, schafft an. Warum sollte das nicht auch in der Forschung gelten? Oder, wie es Professor Marken von der Universität Yale sagte: "When you dangle $ 20 million before a university, the rules sometimes change."

2. Kein Konzern kann es sich leisten, Millionen zu investieren in eine Forschung, deren Ergebnisse dann auch der Konkurrenz zugänglich gemacht werden.

3. Kein Staat kann es sich leisten, Millionen zu investieren in eine Forschung, deren Ergebnisse dann auch anderen Staaten zugänglich gemacht werden.

4. Hatten denn die Physiker der Vereinigten Staaten 1943-45 ihre Forschungen im Bereich der Nuklearphysik veröffentlichen sollen, so daß die Sowjetunion oder gar Hitler-Deutschland danach eine Atombombe gleichzeitig hätten bauen können?