Die Freude über die praktische Preisniveaustabilität war kurz. Noch im September waren die Verbraucherpreise nur um 1,5 Prozent gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres gestiegen. Aus den Vorausmeldungen einzelner Bundesländer geht hervor, daß die Lebenshaltung im Oktober im Jahresvergleich um 2,1 bis 2,2 Prozent teurer geworden ist.

Das ist beileibe kein Grund zur Unruhe. Alle anderen Länder beneiden uns um solche Inflationsraten, haben sie doch die angenehme Wirkung, die Kaufkraft der Arbeitseinkommen zu erhöhen, ohne daß die Kosten der Unternehmen steigen. Es ist der wahrscheinliche – steigende – Trend, der aufmerken läßt. Der starke Dollar drückt die Einfuhrrechnung über die Preise nach oben. Wenn sich dieser Umstand im Preisindex noch nicht niedergeschlagen hat, dann liegt das an den immer noch niedrigen Rohstoffpreisen – vor allem der Ölpreis ist unter Druck.

Noch halten die beiden Zugkräfte "Vertrauen in Wirtschaft und Politik der USA plus hohe Zinsen" den Dollarkurs hoch. Er war schon zu Wochenbeginn wieder auf 3,06 Mark gesprungen. Da der günstige Einfluß sinkender Preise bei Nahrungsmitteln im Oktober wieder weggefallen ist, müssen die vom Dollar beeinflußten Einfuhrpreise wieder stärker ins Gewicht fallen. R. H.