In diesem Jahr wird es voraussichtlich einen neuen Pleiterekord geben. Die Frankfurter Wirtschaftsauskunftei Schimmelpfennig rechnet mit rund 16 500 Konkursen und Vergleichen. 1983 waren es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 11 845 Fälle. Bereits in den ersten drei Quartalen 1984 lag die Zahl der Insolvenzen nach Hochrechnungen von Schimmelpfennig bei 12 450. Das entspricht einer Steigerung um 2,4 Prozent, die hauptsächlich auf den Anstieg der Privatkonkurse zurückzuführen sei.

Die Lebenshaltungskosten steigen wieder schneller. So lag die Jahresteuerungsrate im größten deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen im Oktober bei 1,9 Prozent. Im September waren es noch 1,3 Prozent. Aus Baden-Württemberg wurde für Oktober ein Preisauftrieb von 2,2 Prozent gemeldet. Das entspricht der Inflationsrate des Vormonats. Auch für das gesamte Bundesgebiet dürfte der Preisanstieg nach ersten Hochrechnungen im Oktober bei etwa 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegen. Das bedeutet eine deutliche Steigerung der Inflationsrate gegenüber September (1,5 Prozent). Der Preisanstieg bei Benzin und Heizöl gilt als Hauptursache für den Zuwachs der Inflationsrate.

Die Arbeitslosigkeit in den zehn Ländern der Europäischen Gemeinschaft wird im nächsten Jahr weiter ansteigen. Die Brüsseler EG-Kommission rechnet für 1985 mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote von jetzt elf auf 11,5 Prozent. Zur Schaffung neuer Arbeitsplätze sei ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von mindestens 2,5 Prozent nötig. Die Kommission erwartet aber für 1985 nur eine Wachstumsrate von 2,3 Prozent – 0,1 Prozent mehr als in diesem Jahr. bm