Wenn ein Kranker wird gesund, / ist esGottes Gabe. / Doch die Rechnungschreibt der Arzt, / daß er auch was habe." So dichtete bereits der barocke Spötter Friedrich von Logau vor dreihundert Jahren.

Die Wissenschaft der Medizin, die eigentlich eine Kunst ist, reizte von jeher mehr als jede andere Zunft zum Spott. Schmunzliges und Giftiges über den ärztlichen Stand liegen jetzt in einem kleinen und – wie sollte es anders sein – weißen Band vor:

"Pillenfieber". Rosenheimer Verlagshaus Alfred Förg, Rosenheim, 1984; 120 S., 26,80 DM.

150 Karikaturen, mit Witz oder Galle hingestrichelt, nehmen Selbstgefälligkeit und Ohnmacht des medizinischen Standes aufs Korn. Von den 18 Karikaturisten gehören sogar drei der ärztlichen Gilde selber an. Sie offenbaren als Insider Absurditäten und Komisches aus dem modernen Medizinbetrieb. Mit spitzer Feder und hintersinnigem Humor ist – eine Rarität – im Spötterreigen eine Frau vertreten: Dr. med. Regula Hartmann. AFS