Dennoch legt die DIHT-Umfrage auch einige Schattenseiten bloß: "Gewisse Andeutungen und Hinweise sind nicht zu übersehen, die deutlich machen, daß es da und dort Schwachstellen und einen Nachholbedarf gibt."

Sieben Prozent der Frankfurter Firmen aus der Eisen-, Blech- und Metallindustrie, aber auch ein Teil der Feinmechanikhersteller und Maschinenbauer geben an, sie hätten einen technologischen Nachholbedarf. Im Nürnberger Bereich wird vielfach auf die Überlegenheit der USA und Japans in der Elektronik- und Computerbranche verwiesen. Beklagt wird hier insbesondere die Abhängigkeit der Deutschen von Vorlieferungen aus diesen Ländern.

Auffallend ist, daß der zeitweilig vorhandene Rückstand etwa bei der Aufwendung der Mikroelektronik nicht bestritten wird, die befragten Unternehmen zugleich aber den Eindruck vermitteln, daß große Anstrengungen gemacht werden, den Rückstand aufzuholen. Vielfach sei er bereits aufgeholt worden. Allerdings lassen die Unternehmen, zumindest jene, die sich nicht zur Spitzenstellung bekennen, keinen Zweifel daran, daß sie trotzdem Probleme haben. Überraschend ist, daß der unzureichende Zugang zu Forschungsergebnissen keineswegs – wie vielfach vermutet – als Hemmnis angesehen wird, um in internationale Spitzenstellungen vorzudringen. Nur ganz wenige Unternehmen – vorwiegend Mittel- und Kleinbetriebe – sehen darin eine Ursache ihres Problems. Andere Gründe werden häufiger genannt: die mangelnde Auslastung neuer Anlagen ebenso wie das Fehlen qualifizierter Arbeitskräfte. Darüber hinaus nannten viele Unternehmen auch den "Mangel an Kapital als Hemmnis für das Nichterreichen des internationalen Spitzenstandards".

Obwohl die Ergebnisse seiner Umfrage eindeutig positiv sind, warnt der Industrie- und Handelstag vor ihrer Überbewertung. "Denn es fehlt auch nicht der Hinweis, daß die Unternehmen geneigt sein könnten, in einer gewissen Art von Selbstüberschätzung ihre internationale Wettbewerbsposition zu hoch einzuordnen."

Wolfgang Hoffmann