ZEIT: Berliner Firmen klagen zur Zeit darüber, daß sie Schwierigkeiten haben, Arbeitskräfte aus handwerklich-technischen Berufen zu finden. Um welche Berufe handelt es sich im einzelnen?

Pieroth: Es gibt in Berlin eine Vielzahl von Betrieben, die jetzt ausbauen und nicht immer die gewünschten Arbeitskräfte finden. Gesucht werden zum Beispiel gute Maschinenschlosser oder Kunststoffmaschineneinrichter.

Oft fehlt es aber nicht an Facharbeitern, sondern nur an geeigneten Facharbeitern. Hier stellt sich für alle Beteiligten eine Motivations- und Qualifikationsaufgabe. Das ist eine große Chance für die Arbeitslosen in Berlin. Kurzfristig lösen wir das Problem auch durch die Anwerbung von Facharbeitern in Westdeutschland.

ZEIT: Gibt es Fachkräfte anderer Berufsgruppen, die in Berlin schwer zu bekommen sind?

Pieroth: Gesucht werden auch Phonotypisten und das, obwohl wir bei. den Büroberufen über 8000 Arbeitslose haben und dafür weiterbilden. Wir haben hier also oft ein Qualitäts- und kein Quantitätsproblem.

ZEIT: Spielt dieses Problem auch bei der Neuansiedlung von Unternehmen eine Rolle?

Pieroth: In wenigen Einzelfällen ja. Aber gerade deshalb führen wir jetzt eine Weiterbildungsoffensive durch, nachdem wir uns bei der Zunahme der Ausbildungsplätze schon an die Spitze der Bundesentwicklung stellen konnten.