Statistisches Jahrbuch 1984 für die Bundesrepublik Deutschland. Herausgeber: Statistisches Bundesamt in Wiesbaden, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart und Mainz 1984, 790 Seiten, DM 98,–

Alle Jahre wieder: So regelmäßig wie die Jahreszeiten erscheint auch das Jahrbuch des Statistischen Bundesamts. Es ist der umfassendste allgemein zugängliche Überblick über das Zahlenangebot der amtlichen Statistik. Es ist dementsprechend auch eine Fundgrube für Politiker und Wissenschaftler. Ohne ständige Erhebung statistischer Daten wäre es nicht möglich, wichtige Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft zu erkennen und notfalls rechtzeitig gegenzusteuern. In vielen Fällen lassen sich mit Hilfe des umfangreichen Datenmaterials auch die Auswirkungen von Gesetzen kontrollieren – sei es im Wohnungsbau, der Sozialhilfe oder im Verkehrsgeschehen.

Natürlich kann auch das Statistische Jahrbuch trotz seiner 790 großformatigen Seiten nicht auf alle Fragen erschöpfend Auskunft geben. In vielen Fällen helfen dann detailliertere Spezialerhebungen der amtlichen Statistiker, in anderen Fällen können aber auch die Wiesbadener Zahlensammler nicht helfen. Doch dann liegt die Schuld im allgemeinen nicht beim Amt, sondern beim Gesetzgeber. Denn was die amtlichen Statistiker an Daten zusammentragen – müssen oder nicht dürfen –, wird ihnen weitgehend vom Gesetz vorgeschrieben. Auch wenn zum Kummer von Wissenschaftlern und Publizisten beispielsweise ausreichende Unterlagen über die Einkommens- und Vermögensverteilung in der Bundesrepublik immer noch fehlen, dann liegt die Verantwortung dafür in Bonn und nicht in Wiesbaden.

Ein Beispiel dafür, daß den Statistikern immer neue Aufgaben zuwachsen (während andere, früher einmal bedeutsame Erhebungen an Bedeutung verlieren), ist der Umweltschutz. Die rechtliche Grundlage für diese Datensammlung ist relativ jung. Es ist das Gesetz über Umweltstatistiken vom 14. März 1980.

Immerhin bietet die jüngste Ausgabe des Statistischen Jahrbuches bereits Angaben über die Anlagen zur Abfallbeseitigung, über Abfallmengen und ihre Verursacher von Industrie bis Krankenhäusern und die Art der Abfälle. Wassernutzung und -versorgung werden ebenso als Zahlenskelett dargestellt wie schließlich die Abwasserableitung. Besonders interessant unter den gegenwärtigen Umständen ist ein Überblick über die Investitionen für den Umweltschutz im Bereich des produzierenden Gewerbes. Daran läßt sich ablesen, daß von 65 592 gewerblichen Unternehmen 1981 genau 4805 Firmen Investitionen für den Umweltschutz gemeldet haben. In den Jahren zuvor waren es zwischen 5409 und 6551 Unternehmen.

Bei einer Investitionssumme von insgesamt 75,5 Milliarden Mark 1981 wendeten die knapp fünftausend Unternehmen 2,95 Milliarden oder 3,9 Prozent davon für Maßnahmen zum Schutz der Umwelt auf, mehr als die Hälfte davon zur Luftreinhaltung. Diese Angaben werden auch noch untergliedert nach Branchen. Dabei zeigt sich, daß die Metall- und Ledererzeuger mit 10,1 beziehungsweise 12,3 Prozent ihrer Investitionen am meisten für den Umweltschutz tun, während der Schiffbau mit 0,4 Prozent das Schlußlicht bildet. Und wer es noch genauer wissen will, der wird in diesem wie in den anderen Kapiteln auf die einschlägigen Fachserien verwiesen. mj