Fluchthelfer: Der vorweihnachtlichen Hektik ein Schnippchen schlagen kann man mit Hilfe des oberösterreichischen Verkehrsamtes Pyhrn-Eisenwurzen. Es bietet all jenen Asyl, die dem Einkaufsstreß hierzulande entfliehen und statt dessen lieber Lebkuchen backen, Wanderungen durch die Umgebung unternehmen und Geschenke selbst basteln wollen. Wer mag, kann aus dem beschaulichen Ort schadenfrohe Festtagsgrüße an die entnervten Daheimgebliebenen schicken, dafür wird nämlich eigens ein "Weihnachtspostamt Christkindl" eingerichtet. Auch ein Präsent hat sich das Verkehrsamt für die alternativen Weihnachtsmänner ausgedacht: Sie dürfen einen oberösterreichischen Christbaum mit nach Hause nehmen. Für sieben Ruhetage einschließlich Halbpension müssen zwischen etwa 260 und 370 Mark vom Weihnachtsgeld abgezweigt werden.

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Schrotkur: Auf die Treffsicherheit seiner Gäste setzt das vornehme "Brenner’s Park Hotel" in Baden-Baden (Schillerstraße 6) und veranstaltet aus diesem Grunde vom 25. November bis zum 1. Dezember eine "Schießwoche". Die soll man dazu nutzen, mit Hilfe eines Schrotgewehrs und eines "anerkannten Schießtrainers" auf Tontauben anzulegen und zwar "völlig gelöst, wie auf der Jagd". Da sich die Offerte offenbar nur an männliche Schützen richtet, gibt’s selbstverständlich ein Alternativprogramm für die mitreisenden – Damen. Sie können sich derweil einer Schönheitskur auf der hoteleigenen Beauty-Farm unterziehen. Das Geld muß den Paaren freilich locker sitzen: Für sechs Tage kassiert "Brenner’s Park Hotel" 4938 Mark plus 400 Mark für die Kosmetikbehandlungen.

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Besuchszeit: Was die Stunde geschlagen hat, erfahren Harz-Besucher jetzt in Bad Grund. Im Kurhaus des Moorheilbades wurde ein Uhrenmuseum eingerichtet, das neben seltenen Wandauch betagte Turmuhren ausstellt, die älteste soll gar 300 Jahre zählen. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Nähere Auskünfte erteilt die Kurverwaltung, 3362 Bad Grund.

Reformhaus: Auch wenn der Schwarzwald die Nadeln hängen läßt, wenigstens seine Besucher sollen gesund leben. Das dachte sich wohl der Besitzer vom "Wagnerstüble" im Kurort Dobel und bietet neuerdings Erzeugnisse aus der hauseigenen Bio-Küche an. So backt er nun das Brot selbst, mahlt Korn für die Frischkornpfannkuchen und kocht statt mit Salz mit vielen frischen Kräutern. Überdies bietet er ein viergängiges fleischloses Menü und eine spezielle Entschlackungskur. Die "gaumenkitzelnden Erinnerungen" lassen sich übrigens auch solche schmecken, die es wissen müssen: Zu den Gästen des grünen Lokals zählen laut Pressetext "Ärzte und Ernährungswissenschaftler". Wer sich einreihen möchte, zahlt für eine Woche inklusive Vollpension zwischen 460 und 480 Mark. Informationen: Kurverwaltung, 7544 Dobel.

Fanny Girl: Um eine der berühmtesten Tänzerinnen dreht sich ab 27. November eine Ausstellung in Wien. Der legendären Fanny Elßler widmet sich bis zum Jahresende eine Ausstellung der Galerie in der Staatsoper. Fanny Elßler machte nicht nur durch ihre Tanzkunst, sondern auch durch ihre Garderobe Furore. Zum Teil aus dem persönlichen Besitz der Ballerina stammen die Kostüme, Fächer, Handschuhe und Accessoires, die montags bis samstags von 12 bis 19.30 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 13 Uhr kostenlos bestaunt werden können.