Hamburg

Dreizehn Cannabispflänzchen, zwischen 15 und 35 Zentimeter hoch, soll der 27jährige Kranführer Wolfgang A. in seinem Schlafzimmer gezüchtet haben – so lautete die Anklage vor dem Hamburger Amtsgericht. Nun mußte verhandelt werden: Ist das Rechtsgut "Volksgesundheit" in Gefahr gewesen?

Wolfgang A. will von nichts gewußt haben: nicht, daß schon der Haschisch-Anbau strafbar ist; nicht, daß das, was er da angebaut hatte, Haschisch war. Erst, als die ersten zarten Schößlinge ans Licht kamen – da habe ihm was geschwant. Später war es dann zu spät: Gleich drei Polizisten erschienen, um die Pflanzen zu kassieren.

Aber "Volksgesundheit" Nein, sagte Wolfgang A., nicht für sich, nur für seine Katzen habe er das Grünzeug kultiviert – "so blöd das klingt". Die Katzen hätten so gern dran genagt und gar nicht mehr – wie früher – seine Zierpflanzen zerzaust.

Das sah der Richter ein. Er ließ das Verfahren einstellen – wegen Geringfügigkeit.

Den Tierfreund fragte er noch, ob er mit der "entschädigungslosen Einbehaltung der Pflanzen" einverstanden sei. Wolfgang A. bejahte nur zu gern. Ihm lag ja nichts an den Pflanzen. C. P.