Neue Unruhe bei der Tewidata AG für technisch-wissenschaftliche Datenverarbeitung in München: Wegen grundsätzlicher Meinungsverschiedenheiten über die Führung der Geschäfte ist der Vorstandsvorsitzende Peter Dölling, der zudem Aktionär mit dreißig Prozent des stimmrechtlichen Kapitals ist, aus dem Management ausgeschieden. Alleinvorstand ist bis zum Jahresende der Finanzchef Dieter Reichel. Dann wird als weiterer Mann für den Vertrieb Manfred Schmitz in den Vorstand eintreten.

Bis zur Stunde ist nur sicher, daß die Tewidata nach 3,5 Millionen Mark überraschendem Verlust im vergangenen Jahr auch 1984 nicht ausgeglichen abschließen wird. Ob der Verlust höher oder niedriger ausfällt, läßt Reichel offen. Doch im kommenden Jahr hofft man endgültig von den Verlusten herunterzukommen und eine "solide Basis" zu finden.

Dividende wird es frühestens für 1986 geben. Die Durststrecke für die neuen Anteilseigner, die erst im vergangenen Jahr gutgläubig drei Millionen Mark stimmrechtslose Vorzugsaktien mit beträchtlichem Aufgeld gekauft haben, wird so immer länger.

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Nicht länger seinen Namen hergeben wollte Wilfried Guth, Vorstandssprecher der Deutschen Bank für die Münchner Unternehmensgruppe Knorr-Bremse KG, deren Aufsichtsrat er lange angehört hat. Da es ihm nicht gelungen ist, die beiden Familiengesellschafter Joachim Vielmetter und seinen Neffen Jens von Bandemer auf ein gemeinsames Unternehmenskonzept für die Gruppe mit mehr als zehntausend Beschäftigten festzulegen, hat Aufsichtsratsvorsitzender Guth nun resigniert und sein Mandat niedergelegt.

Dem Aufsichtsrat gehören auch der frühere Daimler-Benz-Vorstandsvorsitzende Professor Joachim Zahn und der gegenwärtige Daimler-Produktionschef Werner Niefer an. Sie verlangen von den beiden Komplementären ebenfalls eine Trennung von Kapital und Unternehmensführung durch Installierung eines familienfremden professionellen Managements.

Guth will durch seinen Rücktritt offensichtlich diese Forderung unterstreichen und einen heilsamen Zwang ausüben. Guth: "Knorr-Bremse ist ein Paradefall für die Ohnmacht eines Bankiers im Aufsichtsrat eines Familienunternehmens, dessen Gesellschafter zerstritten sind." Schon zum 75jährigen Jubiläum vor vier Jahren hatte Guth den beiden Verwandten die Leviten gelesen – ohne Erfolg.