Ära in den USA. Der Blick bleibt auf den Dollar gerichtet. Kein Land, auch das stärkste nicht, kann – so die Überlegungen – auf Dauer über seine Verhältnisse leben. Die hohe Dollar-Bewertung ist ja nicht eine Folge amerikanischer Exportstärke, wie es seinerzeit bei den DM-Aufwertungen war. Vielmehr ist sie eine Folge weltweiter politischer Einschätzung der USA als Sicherheitshort, eine Einschätzung, die sogar die aus Mißwirtschaft herrührenden hohen Zinsen noch als attraktiv wertete. Die in die USA geströmten Milliarden flössen schließlich in den Staatsverbrauch.

Da sich dafür Grenzen abzeichnen, ist die Luft weiterer Aufwertungsspekulationen aus dem Dollar weitgehend entwichen, und man stellt sich auf Geldrückflüsse ein, wobei in dieser Wendephase der Einstellung Optimismus und Pessimismus noch oft miteinander ringen. Der Pessimismus zeigt sich an Tagen mit wenig Kaufneigung. Der Optimismus äußert sich auf zweifache Weise:

Einmal verstärken sich tendenziell – schon in der Zeit vor der US-Präsidentschaftswahl – die Käufe ausländischer Anleger am deutschen Markt. In die D-Mark zurückgeströmtes Geld floß zumindest teilweise in Aktien. Im Grunde hat sich die Zielrichtung internationaler Käufer nicht geändert. Ihre Anschaffungen sind abzulesen an den Kursen für Siemens, für die drei Farbennachfolger BASF, Bayer und Hoechst, die bei erwarteten Dividendenanhebungen unter Einschluß der Steuergutschrift höher rentieren würden als deutsche Rentenwerte, ferner Deutsche Bank und vielleicht noch Thyssen.

Hier aber mischen sich die Einflußfaktoren schon; denn hier besinnen sich auch deutsche Anleger darauf, daß Thyssen noch immer der international am besten angesehene Stahlwert der Bundesrepublik ist, der nach dem fusionsbedingt (Kruppstahl) aufgeflammten Interesse für Klöckner im Kurs Nachholbedarf hat. Die deutschen Anleger – das ist die zweite Ausdrucksform des Optimismus – möchten gern eingestiegen sein, bevor die internationalen Anleger mit voller Finanzkraft tätig werden.

Und da suchen sie nach Anregungen. Außer bei Thyssen finden sie diese bei den anderen Großbanken sowie bei den Warenhauswerten Karstadt, Kaufhof und Horten, die vom gut angelaufenen Weihnachtsgeschäft profitieren. Und man sucht immer wieder nach Spezialitäten, für die es Sondersituationen gibt. Hier ist für findige Anleger ein weites Betätigungsfeld gegeben. Ein Erfolgsbeispiel der letzten Zeit ist Südchemie, die in kurzer Zeit ein gutes Drittel Kursgewinn machte.

Etwas mehr Skepsis zeigen die Anleger jetzt gegenüber dem deutschen Rentenmarkt. Vielleicht ist die Zinssenkung in der Bundesrepublik doch ein wenig zu stark vorgeprescht. its.