Nicht die Bohne

Was den "Zentralverband Gartenbau" bewegt, teilt er in seinem ZVG-Pressedienst der Öffentlichkeit mit: sei es, daß der "Arbeitskreis Spargelanbau der Fachgruppe Gemüsebau im Bundesausschuß Obst und Gemüse" in Veitshöchheim neue Wege der Düngung in Spargelanlagen eruiert; sei es, daß der "Bund Deutscher Champignonzüchter" satzungsgemäß Neuwahlen durchführt ("für den ausscheidenden F. Dohme, Höflingen, wurde H. Goertz, Nettetal, in den Vorstand gewählt"); sei es, daß das lange vergriffene Heft der "Arbeitsgemeinschaft für Elektrizitätsanwendung" zum Thema "Pflanzenbeleuchtung" endlich wieder aufgelegt worden ist, nachdem es gründlich überarbeitet wurde.

Kritische Leser dieses Pressedienstes werden fragen, ob die ZVG-Mitteilungen auch brisante Probleme zur Sprache bringen; solche – wie man heute wohl sagt – von "ökologischer Relevanz".

Nun, tatsächlich. Gleich auf dem ersten Blatt springt ein Bericht über die "Jahrestagung der Gesellschaft für Kunststoffe in Landwirtschaft" ins Auge, die dieser Tage in Geisenheim stattfand. Die provokante Überschrift heißt "Umweltgerechter Landbau braucht Kunststoffe" und vermag das Leser-Interesse zur Neugierde zu steigern. Doch, aber, leider: So kritisch viele Leser sind, so unkundig sind sie auch. Deshalb werden sie mit den Stichworten "Energieeinsparung im Unterglas-Gemüsebau" und "Beeinflussung des Feldaufgangs von Gemüsesaatgut" ebensowenig anfangen können wie mit den neuesten Meßergebnissen aus einem "Doppelfolienhaus mit Zwangsbelüftung". Unerklärt sind diese Fachbegriffe für Laien einfach unschnallbar. Darum sei dies hier festgehalten, als ernste Kritik an dem Gärtner-Organ: Man versteht nicht die Bohne.