Von Gerhard Seehase

Die "Aurora", eine 109 Jahre alte Schiffslady, wird wieder flottgemacht. Der 1875 in Norwegen erbaute Frachtensegler wird zur Zeit auf der Finkenwerder Traditionswerft von J. Behrens restauriert. Der Rumpf ist bereits saniert, die Außenbeplankung gründlich konserviert. Im nächsten Jahr soll dieses wertvolle Schiff seinen Liegeplatz im Hamburger Museumshafen Ovelgönne haben.

Als die Mitglieder des "Museumshafens Ovelgönne e. V." diesen Frachtensegler 1982 im Schlamm der Este bei Cranz entdeckten, da befand sich die einstmals sehr seetüchtige "Aurora von Kristiansund" in einem trostlosen Zustand. "Eigentlich ein Fall für die Müllabfuhr", sagte Professor Jörgen Bracker, Direktor des Museums für Hamburgische Geschichte und ebenfalls Mitglied des "Museumshafens Ovelgönne".

Der etwa 25 Meter lange und 160 Tonnen schwere Segler lag mit geborstenem Mast schräg im Wasser, den Bauch voller Schlamm. 16 000 Mark mußten sofort aufgebracht werden, um die "Aurora" überhaupt wieder schwimmfähig zu machen und nach Ovelgönne zu bringen.

Aber dann dümpelte die "Aurora" monatelang im trüben Elbwasser vor Ovelgönne, ohne daß Entscheidendes passierte. Die erhofften Spenden aus der freien Wirtschaft kamen, wenn überhaupt, nur ganz zögernd; die "Aurora" schien dem endgültigen Untergang geweiht zu sein.

Bis nun Michael Kühne, Projektleiter und Geschäftsführer der Gesellschaft "Aurora von Kristiansund GmbH u. Co KG" die Idee hatte, die Finanzierung des Schiffes durch Anteilscheine voranzutreiben, die jeder erwerben kann, wenn er 5000 Mark auf den Tisch legt. Dafür hat er dann den Vorzug, später, wenn die "Aurora" wieder auf Fahrt geht, dabei zu sein, wenn die alte Galeasse unter Segeln fährt.

Für Kreuzfahrten sollen insgesamt 24 Kojenplätze installiert werden. "Mit diesem Projekt", sagt Michael Kühne, "soll den Menschen die Möglichkeit geboten werden, auch im kleinen Rahmen an der Restaurierung eines historischen Seglers teilzuhaben und ihn als Miteigner auch zu nutzen. Unsere Kajüten stehen dann den Familienmitgliedern zur Verfügung, die sich kein eigenes Segelboot leisten können."