Seit Monatsbeginn müht sich Daimler-Benz in Japan um ein neues Profil. Die Einführung des kleinsten Mercedes 190 E auf dem japanischen Markt soll neue, jüngere Käufer ansprechen. Mit dem bisherigen Mercedes-Image exklusiver Fortbewegung für chauffierte Konzernpräsidenten waren die Schwaben in diesem Jahr nicht besonders glücklich. Nach Stückzahlen und Zuwachsraten von der agilen BMW-Tochtergesellschaft in Japan auf den dritten Rang der großen Importmarken abgedrängt, soll der mit enormem Werbeaufwand vorgestellte 190 E Terrain zurückerobern.

Generalimporteur Yanase will 1985 für ihn dreitausend Käufer finden und hofft, Nippons betuchte Frauen für den Kompakt-Mercedes zu gewinnen. Das wird nicht ohne Profilierungsprobleme ablaufen, denn als Chauffeurwagen eignet sich das mit 5,4 Millionen Yen gut 67 000 Mark teure Modell kaum. "Manche Japaner werden befürchten, am Steuer des 190 E für den Chauffeur gehalten zu werden", sorgt sich Yanases PR-Manager Teruo Ishii. Außerdem liegt der kleine Mercedes knapp unter der Hubraumgrenze, bei der sichtbarer Luxus in Japan beginnt: Wagen ab 2000 Kubikzentimeter tragen auf dem Nummernschild stets eine prestigeträchtige Drei.

Daß das neue Mercedes-Gefühl Nippons statusbewußte Kundschaft dennoch anspricht, hält man bei Yanase auch für eine Preisfrage: "Wir haben bewußt auf Wettbewerbspreise verzichtet."

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Daß bei der geplanten Fusion der Hüttenwerke von Klöckner und Krupp Arbeitsplätze auf der Strecke bleiben würden, mußte eigentlich jedem klar sein. Mehr als zweihundert Millionen Mark jährlich sollen eingespart werden – ohne Personalabbau geht das nicht. Dennoch war das Geschrei groß, als Alfons Gödde, Vorstandsvorsitzender der Krupp Stahl AG und designierter Chef des neuen Gemeinschaftsunternehmens, den Verlust von mindestens 3700 Arbeitsplätzen ankündigte.

Davon betroffen werden auch rund tausend Arbeitnehmer der zu Krupp gehörenden Theodor Wuppermann GmbH in Leverkusen. Pikant daran ist, daß ursprünglich Klöckner am Kauf von Wuppermann interessiert war, die nordrhein-westfälische Landesregierung jedoch den Erwerb durch Krupp favorisierte und dafür auch noch Mittel bereitstellte. Jedes Unternehmen hatte versichert, Wuppermann werde bestehen bleiben, jetzt legen sie gemeinsam den Betrieb zum größten Teil still.

Überraschend ist auch, daß bei der zu Klöckner gehörenden Georgsmarienhütte in Osnabrück 1950 von 2700 Arbeitsplätzen aufgegeben werden sollen. Das Werk in Osnabrück wurde nämlich von Klöckner immer als besonders solide gepriesen. Prompt hat auch Niedersachsens Wirtschaftsminister, Birgit Breuel, die Stillegungspläne kritisiert. Da werden Proteste der bayerischen Landesregierung gegen geplante Stillegungen bei der zu Klöckner gehörenden Maxhütte in der Oberpfalz kaum lange auf sich warten lassen.