In vielen Vorstandsetagen und Wirtschaftsgremien wird gegenwärtig über die bisherige Parteispendenpraxis debattiert. Jetzt ist der gesamte Vorstand der Deutschen Bank mit einer Erklärung zu diesem Thema an die Öffentlichkeit getreten. Wir drucken sie auszugsweise als Dokument der Zeit.

Die Deutsche Bank zur Parteispendenpraxis

Die Deutsche Bank hat sich über ihre unmittelbare geschäftliche Aufgabenstellung hinaus auch immer dem Gemeinwesen gegenüber verpflichtet und verantwortlich gefühlt. Ihre vielfältigen, oft über den Rahmen des reinen Bankgeschäftes hinausgehenden Initiativen waren von dem Bestreben gekennzeichnet, einen Beitrag zur friedlichen und freiheitlichen Fortentwicklung unseres Landes zu leisten.

Aus unserer Verpflichtung für das Allgemeinwohl haben wir seit den fünfziger Jahren die Bereiche Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur und viele Vorhaben humanitärer Hilfe unterstützt. Aus der gleichen Gesinnung haben wir seit dem Wiederzusammenschluß unseres Instituts im Jahre 1957 auch der Politik unsere Unterstützung nicht versagt. So haben wir zum Beispiel zu wiederholten Malen auch den der CDU/CSU, SPD und FDP nahestehenden Stiftungen und Vereinigungen Spendenbeiträge überwiesen. Bei unseren Zuwendungen ging es uns darum, diesen Institutionen bei der Verwirklichung ihrer staatspolitischen Ziele zu helfen: Festigung unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung, Förderung der politischen Bildung und Information, Stärkung der internationalen Zusammenarbeit demokratischer Institutionen.

Irgendwelche Vorteile haben wir mit den gewährten Spenden weder angestrebt noch erhalten, Wünsche oder Forderungen wurden niemals damit verbunden. Wir haben nie versucht, Prozesse politischer Willensbildung oder politischer Entscheidungen durch Gewährung oder Vorenthaltung von Spenden zu beeinflussen.

Einrichtungen, wie zum Beispiel die Staatsbürgerliche Vereinigung 1954 e. V., die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Friedrich-Naumann-Stiftung waren und sind als juristische Personen zur Förderung staatspolitischer Zwecke anerkannt und zur Ausstellung von Spendenquittungen berechtigt. Sie haben über die von uns gezahlten finanziellen Zuwendungen entsprechende Spendenbescheinigungen ausgestellt.

Die Bescheinigungen dieser Institutionen sind durch die in unserer Bank fast ständig tätigen steuerlichen Betriebsprüfer während der vergangenen 25 Jahre nicht ein einziges Mal beanstandet worden. Die durch ihre Spendenquittungen bescheinigten Zuwendungen wurden stets als steuerlich abzugsfähig anerkannt.