Das haben Skandale oft an sich, daß sie, selbst wenn sie von wenigen verursacht sind, von vielen ausgebadet werden müssen. Darüber denken jetzt die meisten Bundestagsabgeordneten nach. Denn nun bekommen auch Unbeteiligte die Folgen der Flick’schen Spendenpolitik zu spüren.

Erst jetzt im Herbst wollten die Parlamentarier jene rund zweiprozentige Erhöhung ihrer Bezüge prüfen, die ihr Präsident, damals noch Rainer Barzel, schon im Frühsommer vorgeschlagen hatte. Ob die Bezüge angemessen sind, dazu hat sich der Präsident seit diesem Jahr Sommer für Sommer zu äußern. Das Einkommen der Abgeordneten soll nicht allzu sehr hinter der allgemeinen Einkommensentwicklung hinterherhinken, obwohl das längst der Fall ist.

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Der Blick auf Arbeitslosigkeit und soziale Einsparungen ließ die Abgeordneten beschließen, zumindest bis zum Herbst zu warten, bis zum Ergebnis der Tarifrunden in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst. Das liegt nun vor. Doch dank Flick und aller "wg."-Fälle sind die Verhältnisse wieder nicht so. Und der neue Parlamentspräsident Philipp Jenninger wird sich hüten, seinen Einstand mit aufgebesserten Diäten zu geben. Höchstens ließe sich an mehr Geld für mandatsbedingte Ausgaben in Bonn und im Wahlkreis denken.

So kommt zu Wirrnis und Verdruß über Schatzmeister und Parteiobere für die gemeinen Abgeordneten noch eine Art gemeiner Haftung. Sie sind ganz schön sauer.

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Über die Bande des Hergebrachten schlägt das neue Positionspapier der sozialdemokratischen Bundestagsfraktion zur Deutschlandpolitik kaum.