Die "Einfuhrbestimmungen für Geschenke" von 114 Ländern hat die Industrie- und Handelskammer Nürnberg in einer Broschüre zusammengetragen. Das über 100 Seiten dicke Heft enthält alles, was der Reisende über die Mitnahme oder den Versand von Geschenken ins Ausland wissen muß.

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Das weiß jeder. Manchmal stimmt diese alte Weisheit jedoch nicht ganz. Dann nämlich, wenn man an der Grenze plötzlich wie ein Schmuggler behandelt wird, nur weil man seinem Freund in Spanien ein Päckchen Skatkarten mitbringen will oder der Tante in Amerika die neue Anti-Faltencreme aus dem Reformhaus. Ausländische Spielkarten sind in Spanien unerwünscht, ihre Einfuhr ist verboten. In den USA fallen dagegen Kosmetika unters Einfuhrverbot.

Es ist schon kurios, was einige Länder auf ihren "Geschenk-Einfuhrverbotslisten" aufführen. Wer als Raucher nach Süd- und Mittelamerika reist, der sollte auf jeden Fall ein Feuerzeug im Gepäck haben, denn in Bolivien, Nicaragua und Paraguay sind Streichhölzer verboten, Chile hat Edelsteine auf der schwarzen Liste.

Daß pornographische Erzeugnisse, Sprengstoff und Drogen in den meisten Staaten der Erde nicht gerne gesehen sind, versteht sich von selbst. Aber über eine passende Erklärung für das Einfuhrverbot von Bohrmaschinen in die Sowjetunion oder von Auto-Hupen und Spielgeld nach Singapur denkt der einfache Tourist wahrscheinlich lange Zeit und vergebens nach.

In Israel ist das Mitbringen arabischer Zeitungen untersagt und in arabischen Ländern die Einfuhr von Waren aus Israel. Saudi-Arabien verbietet "Darstellungen von Lebewesen" (wobei allerdings die Mitnahme von Kinderpuppen offenbar geduldet wird), und auf den Philippinen bleiben Luxusautos und Glücksspiele unwiderruflich im Netz der Einfuhrbestimmungen hängen.

Am einfachsten macht es sich Kuba: Hier ist alles verboten, ausgenommen Schuhe, Wäsche und Körperpflegemittel. Am großzügigsten ist die Elfenbeinküste. Mitbringen darf man alles, vorausgesetzt, es wird extra bezahlt. Und das nicht zu knapp: Für jedes Geschenk wird eine Pauschal-Abgabe von 15 Prozent, dazu Mehrwertsteuer in Höhe von 23,5 Prozent fällig.

Die Broschüre "Geschenke über die Grenze" gibt es für neun Mark bei der Industrie- und Handelskammer Nürnberg, Am Hauptmarkt, 8500 Nürnberg.

Andrea Hauner