Eine fast salomonische Lösung sollen Bonn und Teheran im Streit um die noch vom persischen Schah bestellten vier U-Boote gefunden haben. Einerseits ging es darum, die Aufträge für die Howaldtswerke-Deutsche Werft zu erhalten; immerhin hat das Unternehmen bereits gut hundert Millionen Mark Anzahlung erhalten. Andererseits dürften die U-Boote nach den gegenwärtigen deutschen Regeln über den Waffenexport nicht geliefert werden, weil zwischen dem Iran und dem Irak Krieg herrscht.

Die Schiffe werden nun, so berichtet der Brancheninformationsdienst Wehrdienst, gebaut – und erst später geliefert. Der Bundessicherheitsrat – Vorsitzender ist Bundeskanzler Helmut Kohl – soll diesem Vorschlag des Iran zugestimmt haben. Erst wenn der Iran nicht mehr Spannungsgebiet ist, sollen die Schiffe abgegeben werden. Die Bundesregierung mochte diese Meldung weder bestätigen noch dementieren.

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Die Umrüstung des Regierungshubschraubers – er bekommt für 1,9 Millionen Mark eine besondere Schallisolierung (Bonner Kulisse vom 1. 11. 84) – kam in der Fragestunde des Deutschen Bundestages zur Sprache. Der Bundeskanzler möchte während des Fluges plaudern können, insbesondere mit Staatsgästen. Zu Meldungen, daß zur Umrüstung auch der Einbau einer Servierküche, Luxusinnenverkleidung, Teppich und Vorhänge gehören, sagte Innenstaatssekretär Carl-Dietrich Spranger lediglich Sibylle nisch, er könne sie "in dieser Form nicht bestätigen". Zugleich wies Spranger darauf hin, "daß die Möglichkeit für Arbeitsgespräche geschaffen werden soll", was ja eine ganze Menge heißen kann.

Ein – nicht ganz ernst gemeinter – billiger Alternatvvorschlag des SPD-Bundestagsabgeordneten Dietrich Sperling fand bei Spranger keine Gegenliebe. Sperling hatte angeregt, "eine Reihe von Helmen mit Ohrmuscheln und einem Mikrophon" vorrätig zu halten, wie sie auch von Hubschrauber-Piloten getragen werden.

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Der neue Wann im Kanzleramt, Wolfgang Schäuble, bisher Fraktionsgeschäftsführer der CDU/CSU, kostet den Staat einiges mehr als sein Vorgänger Philipp Jennifer – denn er wurde Bundesminister. Jenniger war nur Staatsminister und wurde wie ein Parlamentarischer Staatssekretär besoldet. Schäuble verdient rund 50 000 Mark mehr im Jahr als sein Vorgänger.