DIE ZEIT

Mitregenten

Die Bundesrepublik ist ein Bundesstaat. So steht es im Grundgesetz; es ist eines der Prinzipien unseres Staates, an denen nicht zu rütteln ist.

Weise Hürde

Baby Fae ist tot. Das nur unter dem Decknamen bekannte, mit einem schweren Herzfehler geborene Mädchen machte in ihrem kurzen Leben mehr Schlagzeilen als jeder andere Säugling seit Lovely Louise, dem ersten "Retortenbaby".

Nichts dazugelernt

Als das Bundesverfassungsgericht die Zwangsanleihe für verfassungswidrig erklärte und daraufhin sowohl der Bundesfinanzminister als auch seine Kollegen in den Ländern eine rasche Rückzahlung der unrechtmäßig erhobenen Abgabe versprachen, hat sich mancher vielleicht zu früh gefreut.

Pro Familia

Schon vor Jahren, zum 11. rumänischen Parteitag, verkündete ZK-Sekretär Popescu: "In der Vergangenheit hatten sie Julius Cäsar, Alexander den Großen, Perikles, Cromwell, Napoleon, Peter den Großen, Lincoln.

Zeitspiegel

Der ehemalige kanadische Regierungschef Pierre Trudeau nahm schon als Premier kein Blatt vor den Mund. Jetzt, als Ruheständler, beschrieb er vor amerikanischen Zuhörern die Gipfeltreffen der Nato.

Mit milden Gaben ist es nicht getan

Vom Roten Meer bläst ein heißer Wind über die Wüstenpiste. Flimmernde Mittagshitze drückt auf Assad, den größten Seehafen Äthiopiens, rund 50 Kilometer von der Grenze zum Nachbarland Dschibuti entfernt.

Erlaubter Griff in die Staatskasse?

So sehr sie auch auf ihre Schilde schlugen – wer hinhörte, merkte bald, daß es in der Spenden-Debatte des Bundestages wieder nur das Gedröhn von Kuchenblechen war.

"Die Dreckschleuder der Nation": Täuschung oder Selbsttäuschung?

Im Tauziehen um die Inbetriebnahme des niedersächsischen Kraftwerks Buschhaus – der "größten Dreckschleuder der Nation" – zeichnet sich ein politisches Desaster der niedersächsischen Landesregierung ab: Entweder weiß in der Regierung von Ministerpräsident Albrecht die rechte Hand nicht, was die linke tut, oder die Öffentlichkeit und der Deutsche Bundestag sind bewußt getäuscht worden.

Prinzipien in tiefer See

Neun Jahre ist über die Seerechtskonvention der Vereinten Nationen verhandelt worden, seit zwei Jahren ist der Text fertig. Unabhängig von ihrer eigenen Kritik oder Zustimmung bezeichnen die Fachleute das Übereinkommen schon deshalb als Jahrhundertwerk, weil der Versuch, für alle Seegebiete und Meeresnutzungen eine Rechtsordnung zu schaffen, nicht weniger als 70 Prozent der Erdoberfläche betrifft.

Aus der Seerechtskonvention

Die UN-Konvention zum Seerecht wurde am 10. Dezember 1982 zur Zeichnung ausgelegt. Die Zeichnungsfrist läuft am 9. Dezember 1984 ab.

BONNER BÜHNE: Debatte im Bundestag wg. Flick

Hörfehler: Machen wir die Nagelprobe auf den Pharisäer, und stellen wir endlich den Grundkonsens mit den Heuchlern her! Kehren wir die Glaubwürdigkeit unter den Teppich und schaffen diesen in die Selbstreinigung! Die besondere ethische Verantwortung des politisch Handelnden fordert die sorgfältige und zügige Beseitigung der Vertrauenskrise des Bürgers in die Geldwaschanlagen.

Indien: Neue Ziele, alte Probleme

Indiens neuer Premierminister Rajiv Gandhi hat eine erste Bewährungsprobe bestanden: Die schweren Unruhen sind vorbei. Jetzt hat er zum ersten Mal gesagt, wie er sich seine zukünftige Politik vorstellt.

Italien: Craxi am Ende?

Für diese Woche sah der christdemokratische Vizepremier Forlani "Tage voll von Hinterhalten und Fallen" voraus, nachdem schon in den letzten Sitzungen des Parlaments bis zu 40 Heckenschützen aus den Reihen der fünf Koalitionsparteien bei geheimen Abstimmungen innerhalb von 24 Stunden dreimal Regierungsvorlagen zu Fall gebracht hatten.

Kühnen vor dem Kadi

Zum dritten Mal bereits steht der führende Rechtsextremist Michael Kühnen vor dem Richter – diesmal in drei Strafsachen vor der 23.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Erzbischof Fresno von Santiago warnte in einer Predigt die chilenische Regierung vor weiteren Gewaltakten gegen die Bevölkerung, nachdem die Polizei eine große Zahl von Oppositionellen in einem Fußballstadion in Santiago zusammengepfercht hatte.

Der erste Senator

Harold "Super-Mac" bleibt für die Briten die Verkörperung einer guten alten Zeit. Jeder (fast jeder) hatte Arbeit, die Konservativen administrierten den Sozialstaat und entkolonisierten Afrika, Premierminister Macmillan reiste mit Onkelgefühlen zu Kennedy und mit Pelzmütze zu Chruschtschow.

Unser Mann in Bonn

Eigentlich, nach den Rechnungen statistischer Wahrscheinlichkeit, müßte es doch eher umgekehrt sein. Die erzwungene Emigration, Konzentrationslager und Krieg, der Galgen in Plötzensee hatten unter den alten Eliten furchtbar aufgeräumt.

Feindliche Brüder rücken sich näher

Herr Choj Moon Hyun ist Beamter in dem am Stadtrand von Seoul gelegenen Büro für den Süd-Nord-Dialog. Seine Dienststelle gehört zum Ministerium für Nationale Wiedervereinigung – sozusagen dem "innerdeutschen" Ministerium der Südkoreaner.

Nato-Strategie: Wie offensiv darf Verteidigung sein?

Der amerikanische Vier-Sterne-General Bernhard W. Rogers ist ein politischer General. Wie alle seine Vorgänger ist auch Rogers, Oberbefehlshaber der westlichen Bündnisstreitkräfte in Europa, auf das Vertrauen des amerikanischen Präsidenten ebenso angewiesen wie auf ein behutsames Einfühlungsvermögen in die ja keineswegs einhellige sicherheitspolitische Ideenwelt der westeuropäischen Nato-Mitglieder.

Bundeswehr: Kein Pardon für Querdenker

Oberleutnant Joachim Ludwig, 29 Jahre alt, war lange Jahre ein vorbildlicher, untadeliger Offizier: glänzender Abschluß der Offiziersschule, dann ein Studium mit Prädikatsexamen.

Wahlvorbereitungen: Fundamentalos und Realos

Eigentlich ist die Publizistik-Studentin Cordula Schulz, 27 Jahre alt, eine ausgesprochen attraktive Erscheinung. Aber in diesen Tagen macht sie einen erschöpften und abgeschlafften Eindruck, hat tiefe Ränder unter den Augen.

Bayern: Insel der Seligen

Das Haus am Ende des Hofgartens wird wuchtig: Links und rechts von der notdürftig restaurierten Kuppel des Armeemuseums soll es sich ausbreiten – tief unter der Erde atombombensichere Bunker, hoch über dem Boden Bayerns Regierungszentrale, die Staatskanzlei.

Grenzkontrollen: Sicher durch Gespür

Im vergangenen Juli wurde ein Stück europäische Idee in die Tat umgesetzt: Autofahrer aus den EG-Ländern, so beschlossen François Mitterrand und Helmut Kohl, sollten an der deutschfranzösischen Grenze nicht mehr routinemäßig kontrolliert werden; nur Stichproben seien erlaubt.

Durchhalten im Untergrund

Ein riesiges Lagerfeuer flackert. Rundherum in der Julinacht Tausende junger jüdischer Pfadfinder und Pioniere. Jizchak Schwersenz tritt hervor, um zur Feier des Sabbath die Sagen des Micha Bin Gurion vorzutragen.

Fallschirmjäger der Palmach

Seit 1942 bildete die jüdische Untergrundorganisation Haganah Einheiten aus, die hinter den feindlichen Linien abspringen und die örtlichen Jugendgruppen der Zionisten in den bewaffneten Widerstand gegen die Deutschen und deren Verbündete führen sollten.

Hohe Qualität der Beiträge

Es ist erstaunlich, welches Mißverhältnis doch zwischen der Qualität von Büchern und ihrem Bekanntheits- und Verbreitungsgrad bestehen kann.

Heil dir im Siegerkranz

Sogar Friedrich Paulsen forderte statt des unkriegerischen Philistertums Männer, "die Eisen im Blut haben..."

Ende des Tauwetters

Pläne zur Änderung des Betriebsverfassungsgesetzes provozieren neuen Streit zwischen Regierung und Gewerkschaften

Der Kanzler kuscht

Wer nach den profiliertesten Ministern im Kabinett Helmut Kohls sucht, wird schnell auf die Namen Gerhard Stoltenberg und Norbert Blüm kommen.

Europa-Parlament: Ohrfeige

Zum erstenmal hat das Europa-Parlament der Kommission der Europäischen Gemeinschaft die Entlastung verweigert, und zwar für das Haushaltsjahr 1982.

Wohnungspolitik: Klagelied

Von 1986 an will der Bund den sozialen Mietwohnungsbau nicht mehr fördern – eine heftig umstrittene Entscheidung, die nüchterne Analyse verdient.

Mehr Macht und Haftung

Die endgültige Verabschiedung des Etats 1985 steht zwar noch bevor, nach den Vorarbeiten des Haushaltsausschusses ist das Votum des Bundestages nur noch Routine – von der grundsätzlichen politischen Aussprache abgesehen.

Kommunen: Stromfilz

Daß ein Branchenführer alle Speerspitzen auf sich zieht, ist nicht weiter verwunderlich. Aber so wie der Stromriese RWE hat in letzter Zeit selten ein Unternehmen unter Beschuß gestanden.

Bonner Kulisse

Eine fast salomonische Lösung sollen Bonn und Teheran im Streit um die noch vom persischen Schah bestellten vier U-Boote gefunden haben.

Österreich: Lieber Geld als Freizeit

Österreichs Sozialpartner, ohnehin stets auf Konsens eingeschworen, fanden auch bei einem neuen brisanten Konfliktthema einen gemeinsamen Nenner: In einer Studie gingen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gegen eine zu radikale Arbeitszeitverkürzung auf Distanz.

Konkurse: Der lange Marsch nach Peking

Die Fabrikhallen sind verlassen. Nur an einigen Stellen werkeln noch ein paar Arbeiter, basteln die letzten Mofas aus restlichen Materialien zusammen, produzieren Ersatzteile, um den Reparaturdienst für die nächsten Jahre sicherstellen zu können.

Zu früh für tot erklärt

Vor drei Jahren herrschte Lärm auf der Straße, wurden Spruchbänder geschwungen, ertönten Sprechchöre, läuteten die Glocken der benachbarten Kirchen Sturm, weil es in den Werkhallen still werden sollte.

Zeitliches aus Österreich: Kirche kontra Kommerz

Die stillste Zeit des Jahres ist in Österreich diesmal ernsthaft in Gefahr. Das Wetter in der Alpenrepublik ist zwar schon sehr kühl, aber die Stimmung erhitzt sich von Tag zu Tag, sogar der Weihnachtsfriede scheint gefährdet.

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