Alle Welt redet vom Abgas-Katalysator, der dem Wald zuliebe – am liebsten von sofort an – zur erwünschten Autoausrüstung zählt. Doch als jetzt in Berlin der Zeitungsverleger Axel C. Springer zum neunten Mal die besten neuen Autos mit dem "Goldenen Lenkrad" prämieren ließ, spielte merkwürdigerweise überhaupt keine Rolle, ob die Fahrzeuge von umweltbewußten Käufern auch mit Katalysator zu haben sind.

Preisgekrönt vom Springer-Blatt Bild am Sonntag wurden drei erst in diesem Jahr auf den Markt gekommene Automodelle, die alle nicht mit Katalysator zu kaufen sind: Opel Kadett, Mitsubishi Galant und Renault 25. Dabei werden derzeit von der Automobilindustrie über zwanzig Typen mit dem Abgasreiniger angeboten.

Die Springer-Jury, der unter anderem auch TV-Star Frank Elstner angehörte, traf ihre Entscheidung für die Siegerautos nach sieben Kriterien vom "Optischen Eindruck" bis zur "Wirtschaftlichkeit" – Umweltfreundlichkeit gehörte nicht dazu.

Eigentlich hätte denn auch der umweltbegeisterte Innenminister Friedrich Zimmermann, der zu den Verleihungs-Feierlichkeiten eingeladen war, stocksauer sein müssen. Er war es nicht. Offenbar hatte ihn die Anrede des Hausherrn Springer stolz und freudig gestimmt. Der Zeitungszar hatte den Minister nämlich als "Mr. Katalysator" begrüßt.

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Nach wie vor glaubt der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß an eine Beteiligung des Luft- und Raumfahrtkonzerns Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) bei Flicks Münchner Panzerschmiede Krauss-Maffei AG. Sein Interesse liegt auf der Hand: Bayern ist Gesellschafter bei MBB.

Bundesverteidigungsminister Manfred Wörner, so Strauß, habe ihm versprochen, daß er mit MBB dem mittelständischen Mindelheimer Unternehmer Grob (Transferstraßen, Segelflugzeuge und neuerdings auch Motorflugzeuge) einverstanden sei.