Baby Fae ist tot. Das nur unter dem Decknamen bekannte, mit einem schweren Herzfehler geborene Mädchen machte in ihrem kurzen Leben mehr Schlagzeilen als jeder andere Säugling seit Lovely Louise, dem ersten "Retortenbaby". Doch diesmal blieb der Erfolg aus, der gerade in der experimentellen Medizin so oft die Mittel heiligt. Drei Wochen nach der Verpflanzung eines Pavian-Herzens durch den kalifornischen Chirurgen Leonard Bailey starb Baby Fae an Nierenversagen.

Hat Bailey nun Leben verlängert oder nur das Sterben? Der religiös motivierte Arzt, der von den "Adventisten des 7. Tages" getragenen Loma-Linda-Universität, verteidigt seine Tat mit dem Hinweis auf mangelnde Alternativen. Ein verfügbares, aber nicht angefordertes Kleinkind-Herz, Widersprüche und Geheimniskrämereien nähren die Zweifel, ob Bailey medizinisch wie ethisch richtig gehandelt hat.

Medizinisch ist viel zuwenig über die Probleme von Organtransplantationen von Tieren auf Menschen bekannt. Nichts weiß die Wissenschaft über die Auswirkungen eines solchen Eingriffs – und vor allem der dabei notwendigen Medikamente – auf ein Kind und sein noch rasch wachsendes Gehirn. Baileys Operation war der untaugliche Versuch, eine weise Hürde der Natur wegzuräumen: nicht alle befruchteten Eier werden Kinder, nicht alle Neugeborenen sind lebensfähig. G H