"Unser Ziel war es, die Flexibilität einer Kleinserienfertigung mit den Kostenvorteilen der Massenproduktion zu verbinden", erläutert Klaus Mentzel. Das Resultat dieser Bemühungen ist, daß die Kosten der Produktion um rund dreißig Prozent gesenkt werden konnten und daß heute jede sechste elektronische Büroschreibmaschine, die in der Welt verkauft wird, aus dem Frankfurter Werk stammt, für das vor drei Jahren der Totenschein schon ausgestellt war.

Das damals größte Problem, die hohen Arbeitskosten in der Bundesrepublik, spielt heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Denn der direkte Lohnkostenanteil konnte durch die Modernisierung auf fünf bis höchstens zehn Prozent gesenkt werden. Der Aufwand für die Steuerung des Produktionsprozesses dagegen stieg auf 25 bis 30 Prozent der gesamten Kosten.

Doch die einzige Chance, weiterhin Schreibmaschinen und viele andere Produkte in einem Hochlohnland wie der Bundesrepublik zu wettbewerbsfähigen Preisen herzustellen, besteht darin, den Konkurrenten auf dem Weltmarkt nicht nur in der Qualität der Produkte, sondern auch in der Produktionstechnik und Organisation immer so weit voraus zu sein, daß die Unterschiede im Lohnniveau zumindest ausgeglichen werden.

Ohne die konsequente Nutzung des technischen Fortschritts hätte Triumph-Adler früher oder später nicht nur in Frankfurt die Tore für immer schließen müssen. Auch die Produktion in Nürnberg, Berlin und den anderen Werken der Gruppe hätte auf die Dauer nicht fortgeführt werden können. Zwar fielen der Rationalisierung zwischen 1980 und 1983 allein im Inland 3208 Arbeitsplätze zum Opfer und die Zahl der Mitarbeiter schrumpfte von 8997 auf 5789. Doch wenigstens deren Jobs konnten mit Hilfe des so oft als "Arbeitsplatzkiller" verteufelten technischen Fortschritts erhalten werden.

Und inzwischen erhöhte TA sogar wieder die Zahl der Beschäftigten. Im Inland stehen schon wieder 6064 Männer und Frauen auf der Lohn- und Gehaltsliste. Es könnten noch mehr sein. Inzwischen klagen die Manager schon wieder darüber, daß sie trotz der hohen Arbeitslosigkeit für ihre Werke in Frankfurt und Berlin nicht genügend geeignete Mitarbeiter finden können. Das sind ganz andere Sorgen als im September 1981.