Ein Standard-Werk ist in die Jahre gekommen. Den dtv-Atlas zur Biologie, unentbehrliches Nachschlagwerk für mehrere Generationen von Biologie-Studenten und -Lehrern sowie für interessierte Laien, gibt es mittlerweile seit siebzehn Jahren. Wieviel sich in diesen Jahren in der Biologie getan hat, zeigt ein Vergleich mit der neubearbeiteten Ausgabe:

Günter Vogel, Hartmut Angermann: "dtv-Atlas zur Biologie. Tafeln und Texte", Band 1, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1984; 223 Seiten, 14,80 DM.

Als (eher künstlich abgegrenzte) Teilwissenschaften der Biologie wurden Gentecnnologie und Molekulargenetik neu aufgenommen; die Entwicklungs- und Fortpflanzungsbiologie wurde mehr betont. Gleich das erste Kapitel über den Aufbau tierischer und pflanzlicher Zellen setzt neue Schwerpunkte: das Skelett der Zelle aus Mikrofilamenten und Mikrotubuli (siehe ZEIT Nr. 21/1984), das die Zellen erst für ihre vielfältigen Aufgaben "in Form bringt", und neue Details über Aufbau und Vorgänge an Membranen. Auch die Bilder von der Erbsubstanz im Zellkern, der DNA, mußten neu gezeichnet werden, zum Beispiel mußten die perlenschnurartigen Nukleosomen berücksichtigt werden (siehe ZEIT Nr. 48/1984). Noch ein paar neu aufgenommene Stichwörter: differentielle Aktivität der Gene während der Entwicklung, Archaebakterien, Sexuallockstoffe von Algen. Weite Teile der ursprünglichen Ausgabe konnten jedoch unverändert übernommen werden. Die Illustrationen sind auch in der neuen Auflage hervorragend. Band zwei und drei werden in Kürze auf den Markt kommen.

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Mehr Rezensionen in der Literaturbeilage (S. 35): "Der neuronale Mensch" von Jean-Pierre Changeux; "Das Leib-Seele-Problem" von Mario Bunge; "Das Universum in uns" von Morton Hunt; "Das Jahr des Hundes" von Eberhard Trumler und "Ratschläge für einen jungen Wissenschaftler" von Peter B. Medawar.