Unter dem Motto "Rettet die Frösche" hat der Deutsche Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) schon vor einem Jahr bundesweit eine Aktion gestartet, zu der ein Sachbuch erschien, für das bereits jetzt die dritte Auflage vorbereitet wird. (Aktion und Buch gehören zu einer Serie von Naturschutzinitiativen wie "Rettet die Vögel", "Rettet den Wald", "Rettet die Wildtiere" und "Arche Noah 2000".)

Innerhalb dieser Reihe ist die umfassende Dokumentation über Frösche besonders wichtig, weil gerade die Amphibien sensibelste Indikatoren für den Grad, der Umweltzerstörung sind. Ihr Verschwinden zeigt die katastrophale Vernichtung des gesamten Lebensbereichs dieser Tiere an, das heißt: der Moore, Teiche, Tümpel und anderer Feuchtgebiete –

Gerhard Thielcke/Claus-Peter Herrn/Claus-Peter Hutter/Rudolf L. Schreiber: "Rettet die Frösche"; pro natur Verlag, Stuttgart; 126 S., 29,80 DM.

"Seit etwa 150 Millionen Jahren bevölkern Amphibien die Erde und dabei auch den Teil, welchen man heute als mitteleuropäischen Raum bezeichnet. Und dennoch ist es möglich, daß sich in einem erdgeschichtlich nicht einmal erwähnenswerten Zeitraum von nur 20 Jahren mehr Veränderungen im Vorkommen und in der Verbreitung einer Tiergruppe ergaben als es in den zehntausend Jahren seit der letzten Eiszeit der Fall war. Seit Beginn der sechziger Jahre verschwinden die Frösche, Kröten, Unken, Molche und Salamander aus ihren angestammten Lebensräumen. Ein Rückzug ohne Wiederkehr."

Trotz der alarmierenden Fakten wollen die Autoren keineswegs Resignation, sondern Motivation verbreiten. Ehrenamtlich oder hauptberuflich sind sie aktiv im Naturschutz tätig, Mitbegründer des BUND und zahlreicher Aktionen zur Rettung gefährdeter Umwelt. Sachkompetenz und Engagement qualifizieren Herausgeber und Autoren zü dieser wichtigen Publikation.

Es werden Entwicklungsgeschichte und Lebensräume der Amphibien beschrieben, die heimischen Arten in hervorragender Illustration von Berthold Faust vorgestellt und praktische Ratschläge gegeben. Vom Feuersalamander bis zum Springfrosch zeigt dieses Amphibienbrevier jede Art in Lebensgröße. Zur akribischen graphischen Darstellung gibt es exakte Beschreibungen: typisches Aussehen, Farbvarianten, Lebensraum, Fortpflanzung, Grad der Gefährdung. Auch Amphibieneier und Larven werden in natürlicher Größe vorgestellt.

Weil die Autoren mit diesem Buch zum aktiven Handeln anstiften wollen, enthält die Dokumentation konkrete Vorschläge: Junge Leser erfahren, wie man Feucht-Biotope selbst anlegen kann. Die Beispiele reichen vom kleinen Gartentümpel bis zur Anlage eines großen Teiches in einem leerstehenden Steinbruch. Exakte Erläuterung und Bauzeichnungen sind beigegeben. Genauso handfest sind die Vorschläge für Hilfsmaßnahmen bei der Laichwanderung. Um die Tiere vor dem Massentod auf Straßen zu schützen, werden Fangzaun-Einrichtungen, Tunnel und Einwegröhren vorgeschlagen. Konstruktionen für eine naturfreundliche Bauweise, die auf U-Steine aus Beton oder Sohlschalen verzichtet, werden erläutert. Auch hier: ganz konkrete Beispiele für sinnvolle Konstruktionen von "Abweisern" und "Ausstiegshilfen".