An das Bildschirmtextsystem läßt sich auch ein Mikrocomputer anschließen. Doch wehe dem, der damit ein auf seinen Gerätetyp spezialisiertes Crashprogramm aufruft. Es läßt den Computer abstürzen und vernichtet die in ihm gespeicherten Programme. Da hilft nur: Computer aus- und wieder einschalten. Das vernichtende Programm bietet sich als harmlose Bildschirmseite an. Raffinierte Hacker haben sie gar als Zeitbombe gestaltet. Erst nach einer Weile, wenn die zumeist mit albernen Sprüchen beschriftete Seite längst vergessen ist, bricht das Gerät zusammen, so daß die Ursache womöglich nicht mehr ermittelt werden kann.

All dies hätte der Bundespost schon lange eine Lehre sein müssen, ehe ihrem Lieblingskind Bildschirmtext Anfang letzter Woche die schallende Ohrfeige mit dem Sparkassen-Trick erteilt wurde. Das bißchen Flickwerk, das sie bislang nach jedem bekanntgewordenen Btx-hack veranstaltet hat, war offensichtlich unzureichend. Ein Programm, daß soviel Bereinigung braucht, ist hoffnungslos verpestet.

Das wissen die Postler natürlich, und es schmerzt sie besonders deshalb, weil Btx gerade die letzten politischen Hürden auf dem Weg zur allgemeinen Einführung überwunden hatte. Weh tut es auch, da ohnehin das Interesse am neuen Kommunikationsmedium dürftig ist. Den optimistischen Voraussagen des Ministeriums entsprechend müßte Btx jetzt um die 150 000 Teilnehmer haben. In Wahrheit sind es knapp 19 000, davon 3000 Anbieter.

Fraglich ist, ob sich die Post beim Einrichter des Systems, IBM, schadlos halten kann. Um die Lieferung eines neuen Computerprogramms wird der "blaue Riese" kaum herumkommen. Und bis das fertig ist, dürften die zwei bis drei Jahre vergehen, die wohl Datenschützer Reinhard Vossbein meinte, als er jeden für sträflich dumm erklärte, der vor Ablauf dieser Zeit am Bildschirmtext teilnimmt.