Von Gunhild Freese

Alle Jahre wieder, im November, gibt’s bei Capital einen neuen Rekord: das dickste Heft aller Zeiten. 478 Seiten stark ist "das deutsche Wirtschaftsmagazin" aus dem Verlagshaus Gruner + Jahr in diesem Jahr, 32 Seiten mehr noch als 1983.

Im November nämlich feiert – alle Jahre wieder – die Werbewirtschaft ihre Art von Bescherung: Über Zeitschriften und Magazine, Zeitungen, Beilagen und Fachblätter ergießt sich eine wahre Anzeigenflut. Mehr. als 238 Seiten, weit über die Hälfte aller Capital-Seiten, sind denn auch mit Anzeigen belegt – im November des vergangenen Jahres waren es noch 14 weniger.

Der November ist – jahraus, jahrein – bei den meisten Branchen und Firmen Höhe- und zugleich Schlußpunkt des Werbejahres. Marketing- und Werbeexperten in Industrie und Handel, in Verlagen und Werbeagenturen können nun zufrieden Bilanz ziehen: Das Werbejahr 1984 brachte wirklich einen Aufschwung.

Derzeit gibt es denn auch kaum einen Verlagsmanager, der nicht dicke Anzeigenzuwächse bei seinen Blättern zu verzeichnen hat. Allein von Januar bis Oktober zählte Gruner + Jahr-Anzeigenchef Gunter Pratz bei seinen Objekten (stern, Brigitte, Schöner Wohnen, Eltern, Capital, Impulse) 1200 Anzeigen-Seiten mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Bei Capital waren es 155, bei Impulse gar fast 200 Seiten mehr.

"Die Wirtschaftsmagazine", erläutert Gruner + Jahr-Sprecher Klaus D. Stoffers, "haben geradezu einen Boom." Davon profitierte auch das manager magazin aus dem Spiegel-Verlag: Mit zusammen über 986 Anzeigenseiten lag das Blatt Ende Oktober um fast 17 Prozent über dem Vorjahr. Marktführer ist hier allerdings die Wirtschaftswoche aus dem Düsseldorfer Handelsblatt-Verlag, die anders als die Monatsmagazine wöchentlich erscheint. Sie buchte bis Ende Oktober fast 2900 Anzeigenseiten, gut zehn Prozent mehr als 1983. Mit einem Umfang von insgesamt 3190 Seiten im Schwarz-Weiß-Teil bis Mitte November (davon 1400 Anzeigenseiten) wird auch die ZEIT 1984 einen neuen Rekord erzielen. Das ZEITmagazin liegt mit 2812 Seiten (davon 1255 Anzeigenseiten) ebenfalls deutlich über dem Vorjahr.

Den "absolut höchsten Zuwachs" indes reklamiert Hans Jürgen Mesterharm, Sprecher des Axel Springer Verlags, für ein Objekt seines Hauses: Das Frauenblatt Journal für die Frau legte über 72 Prozent zu – eine Folge der Umstellung von monatlicher auf vierzehntägige Erscheinung. Doch auch sonst ist der Springer Verlag nicht unzufrieden: Um rund sieben Prozent wird das Anzeigenvolumen in diesem Jahr klettern. Der Umsatzzuwachs dürfte da noch ein bißchen höher liegen.