Für das zweifelhafte Bewußtsein, umweltschonend zu fahren, müssen Besitzer von Katalysator-Wagen außerdem erhebliche Nachteile in Kauf nehmen: Die abgasentgifteten Autos sind nicht nur teurer, sie leisten auch weniger und verbrauchen dennoch mehr Treibstoff als Normalmodelle.

Klaus-Werner Blum von der Hamburger BMW-Niederlassung beziffert den Leistungsabfall durch den Katalysator bis zu 15 Prozent, den Mehrverbrauch bis zu knapp neun Prozent. Bei anderen Herstellern sieht es teilweise noch übler aus.

Was den Bundesdeutschen derzeit an "Kat-Autos" (so das Branchenkürzel) offeriert wird, sind nämlich meist nur oberflächlich modifizierte US-Versionen. Nach Vergleichstests mit Modellen von Mercedes und BMW urteilte Auto, Motor und Sport abfällig: "Die heute käuflichen Katalysatorautos haben eher den Charakter von Schnellschuß-Übergangslösungen. "

Es kommt noch schlimmer: Weil die Bundesregierung die amerikanischen Abgasvorschriften nicht exakt übernommen hat, sondern in manchen Details, etwa den gar nicht unwichtigen Testvorschriften, eigene Wege ging, werden sich die endgültigen Kat-Autos für den deutschen Markt von den Exportversionen für die USA unterscheiden.

Kurz gesagt: Wer heute einen Wagen mit US-Katalysator kauft – andere sind noch nicht verfügbar, bestenfalls für die Zukunft angekündigt – muß fürchten, daß wegen abweichender deutscher Vorschriften irgendwann technische Änderungen notwendig werden. Kostenlos werden die bestimmt nicht sein. Weil außerdem die flächendeckende Versorgung mit bleifreiem Benzin, ohne das der Katalysator schnell seinen Dienst quittiert, nicht einmal in der Bundesrepublik, geschweige denn in europäischen Urlaubsländern gesichert ist, ist die abwartende Haltung auch umweltbewußter Autokunden verständlich.

Die Zimmermann-Parole: "Freiwillige vor!" stößt deshalb zunehmend auf den Widerspruch der Fachleute, die heute vom Kauf der Kat-Autos abraten. Als das Jörg Wurm, Sprecher des größten Automobilclubs ADAC, allerdings öffentlich tat, war in der Autoindustrie der Teufel los: Die Hersteller fürchteten zu Recht ein noch stärkeres Durchhängen der Absatzkurve. Kurz danach dementierte der ADAC denn auch folgsam, aber wenig überzeugend.

Der verwirrte Autokäufer aber bleibt weiter stur und wartet ab. Mit Recht, denn wer derzeit einen Katalysatorwagen kauft, hat selber Schuld.