Das "Goldene Lenkrad" soll künftig nur noch für Autotypen verliehen werden, die umweltfreundlich und abgasentgiftet sind. Mit dieser Zusage reagierte das Springer-Blatt Bild am Sonntag (Bann) auf die Rede des Bundesinnenministers bei der diesjährigen Verleihung der Trophäe.

Die Jury hatte in diesem Jahr drei Autos gekürt, die allesamt nicht mit Abgas-Katalysator zu kaufen sind (ZEIT Nr. 48). Für die Juroren war als Bewertungsmaßstab zwar der "optische Eindruck", nicht aber "Umweltfreundlichkeit" vorgegeben, obwohl dieser Punkt in der öffentlichen Autodiskussion gegenwärtig die größte Rolle spielt.

Innenminister Friedrich Zimmermann – vom Hausherrn Axel C. Springer freundlich als "Mr. Katalysator" apostrophiert – hatte in seiner Rede nicht nur ein verhaltenes Loblied auf die Automobilindustrie gesungen. Der Minister übte auch Kritik an den Regeln des Wettbewerbs: "Es wäre schön, wenn 1985 bei der Vergabe des "Goldenen Lenkrades" auch die Umweltfreundlichkeit ein Kriterium für die Auszeichnung wäre." Die BamS-Leser erfuhren allerdings von dieser kritischen Anmerkung nichts.

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Überraschend war es nicht, daß Walter Seipp, der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, die Zahlen über die Spenden seiner Bank parat hatte, als ihn Journalisten auf der Herbstpressekonferenz der Bank danach fragten. Denn die Deutsche Bank, der die Staatsanwaltschaft Bonn vorgeworfen hatte, Spenden an die Staatsbürgerliche Vereinigung seien als Steuerhinterziehung zu werten, hatte gerade den Umfang aller Spenden seit 1958 bekanntgegeben – es waren alles in allem 114 Millionen Mark.

Nun legte auch die Commerzbank ihre Karten auf den Tisch. Sie hat seit 1958 insgesamt 53,7 Millionen gespendet, und zwar 30,3 Millionen für gemeinnützige und karitative, 12,1 Millionen für wissenschaftliche und 11,3 Millionen für staatspolitische Zwecke. Bei der Deutschen Bank war im Zuge eines Ermittlungsverfahrens für 29 Millionen Mark, die für staatspolitische Zwecke gegeben wurden, Nachversteuerung verlangt worden. Die Bank hat die Abgaben unter Vorbehalt bezahlt, weil sie die Steuerpflicht bestreitet. Die Commerzbank hat keine Steuern nachgezahlt, denn gegen sie läuft kein Ermittlungsverfahren und außerdem, so betonte Seipp, "haben wir kein Unrechtsbewußtsein".

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