Spuckt nicht auf den Boden – Ihr könntet einen Genossen treffen" – dieser Ruf chinesischer Verkehrspolizisten ertönt inzwischen für über eine Milliarde "Genossen". Am 1. 7. 1978 zählte die Volksrepublik China genau 1 031 882 511 Einwohner.

Die Zahl hat den großen Denker Deng Xiaopeng zu einer rigorosen Familienpolitik veranlaßt: Pro Ehepaar ist ein Kind erlaubt. Da Zuwiderhandlung gesetzlich bestraft wird, Repressalien im Beruf und nicht selten Armut und Schande zur Folge hat, werden angeblich immer häufiger erstgeborene Mädchen gleich nach der Geburt ertränkt, denn "Mädchen" heißt "nutzloser Esser".

Der chinesische Arbeiter lebt auch heute noch in großer Armut. Nicht selten besitzt er eine einzige Hose, über deren weiten Schritt wir oft lächeln. Der praktische Grund: Im Winter passen mindestens zwei Paar Unterhosen darunter. Die bei uns selbstverständliche Zentralheizung gibt es nur in den "allerhöchsten" Haushalten, und auch da nur für zwei Stunden am Tag.

Auf den Straßen sieht der Tourist viele mobile Kochstellen, aber die bei uns so beliebte "chinesische Küche" ist im Alltag eher mager. Der Chinese ernährt sich von gekochtem Kohl, gedämpftem Brot und Reis. Nichts wird roh gegessen wie in Japan, nicht einmal der Salat. Diese Eßgewohnheit dient dazu, Infektionen zu vermeiden.

In China lebende Ausländer und chinesische Führungskräfte, die Mandarine (vom portugiesischen "mandar" = führen, befehlen) sind privilegiert. Sie dürfen ein Auto fahren. Die Masse fährt Fahrrad. Der Chinese ist ein Meister darin, das Gleichgewicht zu halten. Ganze Wohnzimmereinrichtungen oder die kranke Großmutter werden auf dem Rad transportiert. Die Industrie stellt täglich etwa 36 000 Räder her. Aber der Kauf muß behördlich genehmigt werden, jedes Rad hat, ähnlich wie das Auto, ein Nummernschild, was das Stehlen erschweren soll. Und weil nicht jeder ohne weiteres eine Genehmigung zum Kauf eines Rades bekommt, gibt es in Peking bereits einen Schwarzmarkt für diese Gutscheine.

Ein anderes beliebtes Transportmittel, zum Beispiel für die weiten Fahrten ins Landesinnere, ist die Eisenbahn. Bahnhöfe, Wartesäle und Züge sind hoffnungslos überfüllt. Es gibt lange Reihen von Kabinenbetten, keine geschlossenen Schlafabteile. Um 6 Uhr wird über Lautsprecher ultimativ zum Aufstehen gerufen und zum Waschen und Zähneputzen aufgefordert. Auch auf die zehnminütige Gymnastik darf nicht verzichtet werden.

Viele dieser Informationen bleiben nur Behauptung, die der Chinaunkundige als gegeben hinnehmen muß. Die Photos geben einen umfassenden Eindruck von der Größe des Landes und vom Alltag der Massen. Photographisch sind sie eher konventionell.