(30) Tagebücher

Nicht von Hitlers stern-Tagebüchern soll hier die Rede sein, sondern schlicht davon, was dafür und was dagegen spricht, Tagebuch zu führen.

Pro:

1. Das Gedächtnis hat Lücken. Je älter einer wird, desto größer werden diese Lücken. Sie können nur durch schriftliche Aufzeichnungen gefüllt werden.

2. Es ist gut, sich am Ende jedes Tages Rechenschaft darüber abzulegen, was man nun eigentlich getan hat.

3. Idiotische Fragen von Behörden, vor allem denen der Strafverfolgung (Wo waren Sie am 23. März dieses Jahres?), kann überhaupt nur beantworten, wer in irgendeiner Form Tagebuch führt. Das kann auch ein Terminkalender sein.

4. Da uns jegliche Schreibkultur immer mehr abhanden kommt, da wir kaum mehr Briefe schreiben, wäre das Tagebuch so eine Art letztes Refugium des Alphabetismus.