1. Wer einen überstellten Massenmörder in einen „letzten Heimkehrer“ umtauft, der ist entweder ein sentimentaler Betrüger oder ein Spekulant auf den Applaus alter Nazis. Oder beides.

2. Wer einen Massenmörder mit Handschlag in Empfang nimmt und dann bewirtet, der beweist damit nicht Humanität, sondern Analphabetismus in Sachen Moral. Denn er beleidigt damit die Ermordeten und die diese Betrauernden. Dadurch macht er sich zum Hehler des Massenmörders.

3. Wer einen solchen Hehler aus parteitaktischen Opportunitätsgründen in Schutz nimmt oder entschuldigt, der macht sich dadurch zum Hehlershehler. Diese Spezies ist, weil ansteckend, besonders gefahrlich.

4. Wer behauptet und sich und anderen einzureden versucht, ein Geständnis moralischer Ahnungslosigkeit, gar ein durch andere dem Gestehenden nahegelegtes oder auferlegtes Geständnis, genüge als Eignungsbeweis für einen Ministersessel, der beweist damit selbst seine Ungeeignetheit für seinen Sessel.

5. Erpreßbare sind noch verächtlicher als Erpresser. Günther Anders