Dabei ist der Text nicht einfach schlecht. Er ist aber auch nicht wirklich gut. Das Stück stürzt immer wieder aus den Höhen des Expressionismus zum Milieustück ab, vom Pathos zum Anstreicherwitz, teilt Walczaks Schicksal. Fels hat es mit Symbolen überladen: ein Ackordeon als Muse, ein Affe als Freiheitsstatue. Wer das Stück retten will, müßte den Baal in Walczak lieben, nicht die Kroetz-Figur.

Aber das Theater hat seine eigene Mythologie. Franz Xaver Kroetz ist auch immer der Kraftfahrer, der Dramatiker geworden ist, der Arbeiterdichter, der Realist. Auch Ludwig Fels war Arbeiter und ist Schriftsteller geworden. Ulrich Heising hat den „Affenmörder“ inszeniert, als war’s ein Stück von Kroetz, das an ein Stück von Horváth erinnert: „Kasimir und Karoline“.

So wollten uns die Kammerspiele Ludwig Fels vorstellen: als Autor kritischer Volksstücke. Aber Fels, der als Lyriker und Erzähler schon einen Namen hat, ist nach „Lämmermann“ und „Affenmörder“ bis jetzt noch immer kein Dramatiker.

Helmut Schödel