DIE ZEIT

Ein Sieg?

Für Thomas Jefferson galt, im Zweifelsfall sei eine freie Presse ohne Regierung immer noch einer Regierung ohne freie Presse vorzuziehen.

Unter der Lupe

Als sich vor unser aller Augen und Ohren jene entwürdigende Szene abspielte, daß der Bundeskanzler 48 Stunden besorgt warten mußte, ob der CDU-Abgeordnete Hupka gnädigst verkünden werde, die Landsmannschaft sei bereit, das Motto für das Schlesier-Treffen im Juni zu ändern, da haben viele Bürger verständnislos den Kopf geschüttelt.

Der Wink mit dem Raketen-Zaunpfahl

Ronald Reagans Werber schwärmen bündnisweit aus und rühren die Trommel für den Science-fiction-Traum einer wasserdichten Raketenabwehr aus dem Weltraum – "SDI" im Jargon der Fachleute, strategische Verteidigungsinitiative; "Krieg der Sterne" in der kernigen Kürzelsprache der Schlagzeilen.

Gleichschritt

Endlich, nach langer Pause, ist das Nahost-Karussell wieder in Fahrt gekommen: In Amman einigten sich der jordanische König Hussein und PLO-Chef Arafat auf eine Rahmenvereinbarung zur Lösung des palästinensischen Problems.

Schachmatt

Der König ist matt, es lebe der König. In einem fast halbjährigen Ziehen und Schieben hat der 21jährige Herausforderer Garri Kasparow den zwölf Jahre älteren Schachweltmeister Anatoli Karpow mit dessen eigenen Mitteln geschlagen.

Regierungskrise in Portugal: Eine Wende auf lusitanisch

Auffällig ist es schon, wie betont sich die beiden Männer aus dem Wege gehen. Wann immer Mario Soares, sozialistischer Ministerpräsident Portugals, eine Chance sieht, zwischen sich und dem Präsidenten Ramalho Eanes Distanz zu wahren, nimmt er sie wahr.

Zeitspiegel

In der Republik Irland laufen Priester und Bischöfe Sturm gegen ein Gesetzesvorhaben der Regierung: Premier Garrett Fitzgerald, so scheint es ihnen, beschwört den sittlichen Verfall der Insel herauf.

Raus Notbremsung

Die Schwierigkeiten der Sozialdemokraten im Umgang mit den Medien sind längst Geschichte. Die Grabsteine der sozialdemokratischen Presse zeugen davon.

Blutgeld für Freislers Witwe

Manchmal wirkt das Zusammentreffen zweier Ereignisse wie schwarzer Humor: Vor drei Wochen erklärte der Bundestag auf Empfehlung seines Rechtsausschusses alle Entscheidungen des "Volksgerichtshofs" im nachhinein für null und nichtig.

„Wir wählen in der Blindenanstalt“

Beide Türen stehen trotz der klirrenden Kälte offen, beide Häuser schrecken ab. Im Entree des großen grauen Neubaus in der Naurynstraße, viele abgerissene Namensschildchen neben den Klingelknöpfen, demolierte Briefkästen, Gerümpel unter der Treppe.

Wolfgang Ebert: König Fußball

„Ich sehe diesem Spiel mit großer Freude entgegen; denn die Schweden sind alte, bewährte Freunde des deutschen Volkes... ach so, wir spielen ja gegen Portugal.

Am Wochenende findet in Saarbrücken der Parteitag der Freien Demokraten statt. Hans Dietrich Genscher wird den Vorsitz an Martin Bangemann abgeben.: Die Lust an Ecken und Kanten

Nach den Regeln der politischen Werbung, die bei Parteitagen vor Wahlen besonders streng beachtet werden, müßte das Treffen der Liberalen in Saarbrücken eigentlich so ablaufen: feierlich-gerührter Abschied vom Parteivorsitzenden Hans-Dietrich Genscher, überwältigende Mehrheit für den Nachfolger Martin Bangemann, dem sein Vorgänger verspricht, ihm immer loyal zur Seite zu stehen.

Nach den Wahlen in Südkorea: Opposition im Aufwind

Für Lee Jong Ryool, den Sprecher der in Südkorea regierenden Demokratischen Gerechtigkeitspartei (DJP), war drei Tage vor den Wahlen zur Nationalversammlung die Sache klar: "Wir werden genauso gut abschneiden wie beim letzten Mal.

Aufbruch zu alten Ufern

Familienpolitik der Union: Nach der Emanzipation wird die Bastion der Gemeinschaft wiederentdeckt

„Es blutet die Fülle der Grenzen“

In der Dresdener Kreuzkirche predigte zum 40. Jahrestag der Zerstörung der Stadt Landesbischof Johannes Hempel – in wenigen hundert Metern Entfernung von der wiederaufgebauten Semper-Oper, die zur gleichen Stunde feierlich wiedereröffnet wurde.

Europäisches Gedenken

Daß er kommen würde, war ja klar. Nicht aber, wann und wohin. Nun steht fest: Ronald Reagan kommt Anfang Mai, zum Bonner Wirtschaftsgipfel ohnehin, und dann bleibt er zum Staatsbesuch, wenngleich nur für zwei Tage.

Polen: Neue Proteste

Nach dem Urteil im Popieluszko-Prozeß scheinen sich die Fronten in Polen zu verhärten. Die Bischöfe kritisieren die Regierung, Oppositionelle werden wieder verhaftet, die geplante Erhöhung der Lebensmittelpreise fährt zu neuen Spannungen.

Reagan contra Managua

In seiner wöchentlichen Rundfunkansprache beschuldigte Reagan die Sandinisten nicht nur, freiheitsfeindliche Kommunisten zu sein und ihre Ideologie über Zentralamerika verbreiten zu wollen.

Kambodscha: Vietnams Erfolg im Dschungelkrieg

Es war eine groteske Szene: Im kambodschanischen Dschungel, unweit der Grenze zu Thailand, nahm Prinz Sihanouk, formelles Oberhaupt der von den Vereinten Nationen als legitime Regierung Kambodschas anerkannten widerstands-Koalition gegen die vietnamesische Besatzer, die Beglaubigungsschreiben von vier Botschaftern entgegen.

Deutsch-sowjetisches Verhältnis: Ein kleines Zeichen

Die kleine Szene im altehrwürdigen Rathaus der lettischen Stadt Riga werden alle Beteiligten wohl so rasch nicht vergessen: Bremens Bürgermeister Hans Koschnick und sein sowjetischer Amtskollege Alfred Rubik hatten ihre Unterschriften unter ein Vertragswerk gesetzt, das die Zusammenarbeit der beiden Hansestädte bekräftigen soll.

Staatsfeind: Auf die Straße

Der Kunsterzieher Ulrich Foltz darf nicht mehr unterrichten, weil er Mitglied im Bundesverband der Deutschen Friedens-Union (DFU) ist, und das, so erklärt Georg Rothe, Schüler am Kaiserslauterner Burggymnasium, „hat uns zu denken gegeben“.

Computer in der Politik: Wie Schlachten mit langen Stangen im Nebel

Politiker, Computerfachleute und Manager können aus dem Buch Paul Kevenhörsters viel lernen. Der Verfasser meint, daß sich eine neue Informationselite herausbilden könne, welche die Organisation in Politik, Verwaltung und Wirtschaft dank ihres Wissens und ihres privilegierten Zugangs zu computergestützten Informationen beherrsche.

Millionen Hühner können nicht irren

Die Substanz ist so begehrt, als wäre sie ein Wundermittel, das ewige Jugend, Erfolg und Schönheit schenkt. "Unsere Proben", sagt der Projekt-Manager Arnfried Koch vom Chemiekonzern Henkel in Düsseldorf, "unsere Proben können wir schon kaum noch per Post verschicken.

Erben sollten verzichten

Rainer Hainich, der neuernannte Dornier-Chef, mag sich noch so bemühen, die Vorgänge bei dem Luft- und Raumfahrtkonzern als „nicht ungewöhnlich“ darzustellen, er mag vor Journalisten um „Ruhe für das Unternehmen bitten (und dabei kritisieren, daß „interne Angelegenheiten in die Öffentlichkeit gezerrt“ wurden) – Ruhe wird im Unternehmen erst einkehren, wenn der Familienzwist der Erben ( ZEIT Nr.

Subventionen: Tadel

Peinlich, peinlich. Ausgerechnet die EG-Kommission, die gerade in der Bundesrepublik als ständige Quelle marktwidriger Übergriffe in den Wirtschaftsablauf gilt, ausgerechnet diese EG-Kommission klopft nun der Bundesregierung auf die Finger, weil sie gegen den europäischen Subventionskodex verstoßen haben soll.

Investitionen: Überaltert

Es gibt Ängste, Meinungen und Vorurteile, die nur schwer zu überwinden sind – auch wenn sie mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmen.

Dollar-Interventionen: Halbherzig

Der neue amerikanische Finanzminister James Baker, der seit dem 3. Februar im Amt ist, hat, anders als sein Vorgänger, die amerikanische Zentralbank beauftragt, Dollar auf den Markt zu werfen.

Das Ergebnis ist Einfalt

Von neuen Medien hatten sie geschwafelt, von Freiheit und Meinungsvielfalt; und sie hatten zumindest diesen Begriff so ernst genommen, daß sie – nach Jahren – noch heute sich nicht einig sind, welcher medienpolitischen Ordnung sich das Neue zu fügen hätte.

Bonner Kulisse

Die Bonner Regierungsmitglieder reden viel über Privatisierung, tun aber nichts. Das erfuhr wieder einmal der SDP-Privatisierungsexperte Wolf gang Weng.

Parteienfinanzierung: "Alle sittlichen Wertvorstellungen einsetzen..."

Als die Justiz den Wattenscheider Textilunternehmer Klaus Steilmann vor die Schranken des Gerichts stellte, bezeichnete der westfälische CDU-Vorsitzende Kurt Biedenkopf das als "Arroganz der Macht", losgelassen auf "einen ehrbaren Staatsbürger, der an den Pranger gestellt wird und eigentlich nicht mehr weiß, wie er sich wehren soll.

Schiffbau: Rettung durch Fusion

Ich verstehe die Welt nicht mehr. Gestern waren wir noch ein gesundes Unternehmen – heute sollen wir pleite sein...? Unsere Werft hat doch genug Aufträge.

Grundig: Appell an die Moral

Grundig, einst Paradeunternehmen im Wirtschaftswunderland, ist zum Sanierungsfall geworden. Mit dem Rücken zur Wand kämpfen derzeit die Betriebsräte der Grundig AG in Fürth im Verein mit der IG Metall gegen die von ihnen als „Kahlschlag“ empfundene harte Eatlassungsaktion, die fast siebentausend der rund 24 000 Beschäftigten im In- und Ausland den Job kosten soll.

Neuerscheinungen: Die ratlosen Ökonomen

Im Juli 1982 fand in Tokio eine von viel Presselärm begleitete internationale Konferenz statt, auf der Wirtschaftswissenschaftler aus allen namhaften Ländern der Erde die aktuellen Probleme der Weltwirtschaft diskutierten.

Japan: Superschnell ins Defizit

Die beiden Bilder sind weltweit bekannt: Am schneebedeckten heiligen Berg Fuji vorbei rast der elegante Shinkansen – ein Superexpreßzug.

Fünfzehn Anläufe

Für neunzig Prozent der tariflichen BMW-Mitarbeiter gilt künftig die 38,5-Stunden-Woche.....................................

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