An den internationalen Finanzmärkten herrscht Unruhe. Auslöser ist die Sparkassenkrise in den USA. Sie hat dem Dollar einen heftigen Stoß versetzt und den Goldpreis steigen lassen. An der Wall Street erlitten die Aktien einen deutlichen Rückschlag.

In der ersten Wochenhälfte blieben die deutschen Aktienmärkte von spürbaren Schwächeerscheinungen noch verschont. Die hohen Umsätze an den Börsen bei schwankenden Kursen sind jedoch Ausdruck einer wachsenden Nervosität. Die Ausländer lagen plötzlich nicht mehr nahezu einseitig auf der Käuferseite; einige haben auch "Kasse gemacht", was ihnen angesichts der in den meisten Papieren enthaltenen Kursgewinne sicherlich auch Freude bereitet haben dürfte. Ob das Geschäft insgesamt lukrativ war, hängt vom Dollar-Einstandskurs ab.

Auch deutsche Anleger haben sich teilweise aus den bisher favorisierten Papieren, wie Siemens oder den Aktien der Großchemie, zurückgezogen und sich auf die Suche nach "Nachzüglern" gemacht. Dabei stießen sie sowohl auf Bank- als auch auf Maschinenbau-Werte. In Bewegung gerieten aber auch die Papiere der Veba, angeregt durch die kräftige Dividendenerhöhung von 7,50 auf 9 Mark. Sie ließ den Veba-Kurs bis auf 188 Mark steigen.

Bankaktien profitieren von der Aussicht auf eine Kurserholung am Rentenmarkt. Das würde bei ihnen das Abschmelzen der in den Rentenportefeuilles noch vorhandenen stillen Reserven stoppen und keinen neuen Abschreibungsbedarf mehr entstehen lassen. K. W.